«Kassensturz»-Moderator Schmezer will die Hitparade stürmen Hier röhrt Rocker Ueli

Im Herbst müssen sich Gölä, Polo & Co. warm anziehen. Ihnen droht hochkarätige Konkurrenz: von «Kassensturz»-Moderator Ueli Schmezer!

Berner Stärke: Sänger Ueli Schmezer (r.), im Studio mit Roman ­Camenzind. play
Berner Stärke: Sänger Ueli Schmezer (r.), im Studio mit Roman ­Camenzind. Sabine Wunderlin

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Die Stimme klingt ein bisschen wie die vom jungen Polo Hofer. Die Texte erinnern an den alten Anaconda. Doch der grosse Schlaks, der da seine Rocknummer ins Mikrofon schmettert, ist ein ganz anderer: Der «Kassensturz»-Moderator Ueli Schmezer (47). Zwölf berndeutsche Poprock-Songs hat er im Zürcher Studio von Hitmacher Roman Camenzind (33) eingesungen. «Ich bin extrem gespannt darauf, was die Leute dazu sagen», meint er. Im Herbst erscheint Schmezers Mundart-Album, und wenn er davon erzählt, sprüht der sonst so sachliche TV-Journalist nur so vor Freude. «So stark habe ich mich musikalisch noch nie verwirklicht», sagt er.

Produzent Camenzind, der sonst auch mal Frischlingen wie Baschi (22) auf die Sprünge hilft («Bring en hei»), ist von dem Profi-Musiker begeistert. «Texte mit einer solchen Tiefe kriegt ein 20-Jähriger nun mal nicht hin», urteilt er und spielt damit auf Schmezers musikalische Vergangenheit an (siehe Kasten). Schon 1983 (!) rappte der am Schweizer Fernsehen. 1985 landete er unter dem Pseudonym Jules in Spanien einen kleinen Italo-Disco-Hit. Dann verlegte er sich auf Kinderlieder. Zurzeit tourt er mit seiner Band MatterLive (mit Interpretationen des legendären Mani Matter) durch die Schweiz. «Musik zu machen, tut mir einfach gut», sagt Schmezer. «Sie ist das Gegenstück zu meiner journalistischen Arbeit, das mich im Gleichgewicht hält. Wollen wir noch einen hören?»

Aus den Boxen klingt «Alles», eine druckvolle Nummer, die den unstillbaren Lebenshunger des Familienvaters beschreibt. Dann folgt «Gäldischnüt», eine bissige Abrechnung mit Finanzhaien: «Wenn är dänkt, de dänkt är a d Boni – vo sine Callgirl verlangt er s ohni – so geil.»

Und dann gibt er die zu Tränen rührende Ballade «Himustärnehimu» zum Besten, die durchaus zur Konkurrenz für Göläs «Schwan» werden könnte. Schmezer hat sie seiner Frau Claudia gewidmet, mit der er seit beinahe 20 Jahren verheiratet ist. «Wie sie darauf reagiert hat, bleibt mein Geheimnis», antwortet er kurz angebunden – und für einen Augenblick geht wieder der «Kassensturz»-Moderator mit ihm durch. «Aber wenn das Publikum so reagiert wie sie», schiebt er nach, «bin ich mehr als glücklich.»

Publiziert am 28.06.2009 | Aktualisiert am 19.01.2012
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Hier röhrt Rocker Ueli
Ueli Schmezer. play
Ueli Schmezer. Sabine Wunderlin

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