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Melanies österreichisches «i» tut Schweizer Jodel-Puristen weh in den Ohren. (RDB)
Es gibt Leute, denen kann man kein «i» für ein «u» vormachen: Wenn die Siegerin der «Schweizer Hits» einen Jodel schmettert, dann klingt oft ein «Holo-le-i-ti» statt «Holo-o-u-du» in ihrer Stimme. «Viele nennen das abwertend Tirolerei», erklärt Melanie. Sie jodle eben vorne mit der Zunge statt hinten mit dem Kehlkopf. «Und das wirft man mir vor.»
Melanie Oesch, die am Sonntag ein Millionenpublikum am TV begeisterte, soll keine echte Schweizer Jodlerin sein? «Ja, für den Jodelverband erfülle ich die Bedingungen nicht», sagt sie.
Tatsächlich sind dort fünf verschiedene Stilarten für die Auftritte in den Wettkampflokalen festgelegt worden. «Aber die Jodelsilbe «i» ist nicht erlaubt», sagt Melanie.
Darum war Melanie diesen Sommer auch nicht mit ihrer Familie beim 27. Eidgenössischen Jodlerfest in Luzern dabei. «Der Verband hätte mich dort wohl nicht so gern gesehen.» Sie betont aber, dass sie grosse Achtung vor dem traditionellen Jodel habe.
Matthias Wüthrich, Zentralpräsident des Eidg. Jodlerverbands hält fest: «Für die Gesangswettbewerbe haben wir halt klare Reglemente. So wie in der Leichtathletik auch.»
Als junger Präsident erkennt er aber auch, dass Melanie das Jodeln populär macht. Man spüre auch, dass sie das Jodeln «im Griff hat». Wüthrich: «Drum sollten künftig links und rechts der Wettbewerbe Experimente möglich sein.»
Für Melanie Oesch ist klar: «Ich werde immer so jodeln, wie ich es mir selber beigebracht habe. Und ich lasse mich nie in eine Schublade stecken.»