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Er ist eine der glamourösesten Persönlichkeiten der Schweiz: Alexander Pereira, Intendant des Zürcher Opernhauses, begnadeter Conférencier alter Schule, der sowohl das Publikum wie auch seine Geldgeber vom Programm zu überzeugen weiss. Piekfein in Cremeweiss gewandet, mit weissem Pochettli, bittet er SonntagsBlick in sein Büro.
Herr Pereira, für Ihr Wirken in Zürich gilt: Die Oper bin ich. Was werden die Salzburger dereinst über Sie sagen?
Alexander Pereira: Hoffentlich, dass ich den Festspielen nicht geschadet habe.
Warum so bescheiden?
Für österreichische Begriffe ist das euphorisch. Wie habe ich mich gefreut, als ich von meiner Wahl erfuhr! Am Ende der Karriere in meine Heimat zurückzukehren, ist ein Geschenk.
Was bedeutet Ihnen Salzburg?
Die Spitze des Eisbergs der Kulturwelt.
Eisberg? Ist Kultur heute so kalt?
Sie haben recht: die Spitze des Vulkans.
Was ist Ihre Leitidee für Salzburg?
Zu Konzepten nehme ich keine Stellung. Ich bin im Moment in der Schwammphase, sauge alle Informationen auf.
Sie entwerfen schon bald den Spielplan für die Salzburger Festspiele. Die schönste aller Arbeiten?
Es ist wunderschön, wenn man Träume verwirklichen kann. Heute Morgen habe ich mir eine der Premieren ausgedacht. Mehr sage ich aber nicht.
Fliegen Ihnen die Ideen zu?
Ein bisschen schon. In der ersten Spielzeit muss ich natürlich mit einer grossen Mozart-Oper kommen. Darüber nachzudenken, ist sehr spannend.
Seit zwei Jahren macht Pereira neben der Zürcher Oper auch sich selbst zum Thema. Die feine Gesellschaft war etwas pikiert, als er ihr seine neue Freundin präsentierte: die 40 Jahre jüngere Brasilianerin Daniela Weisser, Model und Immer-noch-Ehefrau des Erotikfotografen Otto R. Weisser (72). Seither turtelt er ungeniert mit ihr in aller Öffentlichkeit. Wenn die Rede auf sie kommt, lässt er spitzbübisch lächelnd seine Zahnlücke sehen.
Man sieht Sie immer noch verliebt mit Daniela um die Häuser ziehen. Wie haben Sie ihr Salzburg erklärt?
Sie kennt die Stadt schon ein bisschen. Unsere erste Reise führte in die Stadt Mozarts, wo wir uns «Figaros Hochzeit» anschauten. So gesehen, ist es die Stadt unserer Liebe.
Wissen Sie schon, wie Sie in Salzburg zusammen leben werden?
Nein. Es ist eine grosse Veränderung, die für uns beide ein Fragezeichen mit sich bringt. Aber wir bejahen dies aus ganzer Seele und wollen auch dort miteinander glücklich werden.
Als Familie? Mit Kindern?
Warum nicht. Ich möchte sehr gern ein Kind von Daniela. Unsere Beziehung ist jetzt, nach drei Jahren, schöner denn je. Wir verbringen 24 Stunden am Tag zusammen.
Inspiriert Ihre junge Freundin Sie auch künstlerisch?
Natürlich. Sie hat mich um Jahre jünger gemacht.
Wie geht es Daniela in Zürich?
Sie hat die Zürcherinnen und Zürcher überzeugt – mit ihrem Charme, ihrer Intelligenz und Herzlichkeit. Sie fühlt sich hier sehr wohl.
Zurück zur Oper: Das Pereira-System steht für volles Haus, fette Sponsoren und gesellschaftliches Spektakel.
Ich würde ergänzen: Das Entscheidende ist die künstlerische Qualität.
Ist es nicht der kommerzielle Erfolg in Zürich, der Sie nach Salzburg bringt?
Man kann nicht gut Geld aufbringen und schlechte Qualität produzieren.
Weshalb verteidigen Sie sich? Sie stehen doch für den genialen Mix von Geld und Geist.
Sie haben in Ihrer Frage nicht von Kunst gesprochen.
Wofür stehen Sie in der Kunst?
Ich bin ein Diener am Künstler, am Werk, am Komponisten – ein Ermöglicher, der versucht, den Künstlern jenen Raum zu schaffen, den sie brauchen.
Wieder blitzt die Zahnlücke auf. Dann legt Alexander Pereira seinen Kopf in beide Hände und posiert professionell wie ein Bühnenstar für die Fotografin. Seine Gäste verabschiedet er nach charmanter Pereira-Art. «Ich wünsche Ihnen», sagt er bei einem warmen Händedruck, «alles Liebe.»