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«Auf meiner zweiten Afrika-Reise mit dem WFP sind mir zwei Dinge wichtig: Ich will mir die Projekte in Äthiopien erneut anschauen, für die ich in den letzten Jahren Geld gesammelt habe. Und ich will noch mehr lernen über die Arbeit des WFP in anderen Ländern und über den Hunger in der Welt.
Dafür gilt es keine Zeit zu verlieren: Kaum in Kenias Hauptstadt Nairobi angekommen, geht es schon nach wenigen Stunden Schlaf weiter ganz in den Nordwesten des Landes, in das Flüchtlingslager Kakuma.
Eine dröhnende Propeller-Maschine bringt uns nach Loki, mit Jeeps und einer Sicherheitseskorte geht es eine Stunde lang immer weiter durch das ausgetrocknete Land, bis am Horizont reihenweise weisse Zelte auftauchen: Kakuma, eines der ältesten Flüchtlingslager (seit 1992) der Welt.
Über 60000 Flüchtlinge leben hier in Zelten und selbstgebauten Häusern, mitten im rotbraunen, sandigen Niemandsland, zwischen ausgedörrten Flüssen, umringt von grotesk schönen Bergen. Ihre Führerinnen und Stammesältesten erzählen mir zwei Tage lang in zahlreichen Treffen von ihrem Schicksal. Die Flüchtlinge kommen vor allem aus Somalia, über 50000 Menschen mussten allein in diesem Jahr von dort vor dem Bürgerkrieg nach Kenia fliehen. Menschen wie Aisha.
Ihr Mann wurde in Somalia ermordet, sie ist mit ihren fünf kleinen Kindern nach Kenia geflohen, vor einer Woche ist sie in Kakuma angekommen. Weitere drei kleine Kinder hat sie von Verwandten in ihre Obhut genommen, über deren Schicksal sie nichts weiss. «Ich weiss nicht, wie ich das alleine schaffen soll», sagt sie in dem vielleicht zwölf Quadratmeter grossen Zelt ihrer Familie, in dem es 45 oder 50 Grad heiss sein muss.
Menschen wie Aisha bleiben nicht alleine in Kakuma. Sie können überleben, weil viele andere Menschen ihnen helfen. Menschen wie die Philippinin Lourdes Ibarra vom UN World Food Programme und ihr Team. Sie leben ebenfalls in Kakuma und sorgen Tag für Tag dafür, dass tausende Flüchtlinge dank etwas Mais, Soja, Weizenmehl und Salz satt werden, dass ihre Kinder zur Schule gehen können, dass Menschen wie Aisha, die alles verloren haben, wenigstens eines behalten: Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Eine grosse Herausforderung für uns alle, vielleicht so gross wie die Aufgaben, die ich morgen sehen werde: Zurück in Nairobi werde ich Kibera besuchen, das grösste Slum der Welt.»