Hier geben sich Boris und Lilly das Ja-Wort!

  • Publiziert: 08.06.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Andrea Bleicher

ST. MORITZ – Plastikrosen und Baulärm. Von Jet-Set-Glamour ist in der St. Moritzer Kapelle «Regina Pacis» noch nichts zu spüren.

Sie heisst «Regina Pacis», Königin des Friedens: Die Kapelle, in der die Promi-Hochzeit des Jahres stattfindet, liegt versteckt hinter Föhren am Suvretta-Hang, nahe St. Moritz.

Eine gewundene Strasse führt zu ihr hoch, links vorbei am rostrot gestrichenen Restaurant «Primula», wo das «Krustentiersüppchen» 18 Franken kostet. Und an der Panorama Pizzeria, die ihre Gerichte mit Kristallsalz aus dem Himalaya verfeinert.

Fein ist die Nachbarschaft im «Beverly Hills der Alpen» («NZZ am Sonntag»). Die Via Suvretta gilt als siebtteuerste Strasse der Welt. Nur wenige Wanderminuten von der Kapelle entfernt, liegen die Ferien-Villen der Gucci-Erbinnen, der griechischen Reeder-Familie Niarchos und des Zuger Rohstoffhändlers Marc Rich.

Und natürlich das Fünf-Sterne-Hotel «Suvretta House», die exklusivste Unterkunft am Platz.
Von dort dringt Baulärm zu Boris Beckers Hochzeitskirchlein: dumpfe Hammerschläge, die Kommandos der Vorarbeiter.

Guiseppe (51) trägt Helm und Blaumann. Der Italiener schlägt eine imaginäre Vorhand, wenn man ihn auf Boris Becker anspricht.

«Nein, bis Freitag sind wir mit unseren Umbauarbeiten noch nicht fertig», sagt er. Vor dem Suvretta House stehen Dixi-Klos, Teile von Baugerüsten, ein Betonmischer, drei gelbe Baukrane. «Wir haben noch sehr viel zu tun. Das Hotel ist offiziell noch bis Ende Juni zu», erklärt Blaumann Giuseppe.

Trotzdem sollen der Ex-Tennis-Star (41) und seine Bald-Ehefrau Sharlely «Lilly» Kerssenberg (32) die ganze Luxus-Herberge für ihre rund 200 prominenten Gäste gemietet haben.

Auch «Regina Pacis», im Jahr 1928 erbaut, scheint noch nicht bereit für die Hochzeit, die am Freitag, Punkt 18.20 Uhr, stattfindet.

Im Beichtstuhl türmen sich die Putzutensilien, auf der Orgel liegt noch die Lieder-Liste der letzten Abdankung. Eine Vase mit künstlichen Rosen steht in der Ecke, ein Zettel an der Wand warnt davor, während des Gottesdienstes «mit Kindern die Empore zu betreten.»
Es riecht nach Bohnerwachs und altem Samt.
Lilly Kerssenberg und Boris Becker heiraten beide zum zweiten Mal. Becker ist katholisch, die Kapelle auch. Kerssenberg ist evangelisch, Brent Fisher (68), der Pfarrer, der die beiden traut, auch. Einstand – auf Tennis-Deutsch.

Die beiden haben die Exklusiv-Übertragungsrechte für ihre Hochzeit dem deutschen TV-Sender RTL verkauft. Über den Preis mag weder die private Fernsehstation noch das Brautpaar reden.

Irgendwo im Kirchlein werden sich die Fernsehleute mit ihren Kameras und Mikrofonen einrichten. Vielleicht da, wo jetzt ein kupferner Topf, halbvoll mit Weihwasser, steht. Oder da, wo ein geflochtener Korb Postkarten (à 1 Franken), Büchlein zum Marienleben (8 Franken) und Kirchenführer (8 Franken) feilhält.

Nur wenig Licht dringt durch die farbigen Glasfenster in den Innenraum der Königinnen-Kapelle. Die kleinen Lämpchen seitlich der acht hölzernen Bankreihen sind aus. Die Figur des Antonius – des Heiligen, der dabei helfen soll, Verlorenes wiederzufinden – liegt im Halbdunkeln.

Einzig der Altar strahlt in vergoldetem Glanz. Er zeigt vier Stationen im Leben Marias. Die Bilder rufen dazu auf, so schreibt das Büchlein «Die katholischen Kirchen von St. Moritz», «sich im irdischen Leben nicht auf das Materielle zu konzentrieren, sondern sich Gott hinzuwenden.»

Hier küssen sich der Millionär Boris und seine Lilly, das Ex-Model, zum ersten Mal als Mann und Frau.



Und diese Promis schauen bei der Hochzeit zu!

play Vor diesem Altar wird Boris seine Lilly küssen. (Stefan Borer)

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