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Haare ex in the City
Die aktuelle Kollektion des Coop-Labels «Naturaline» kommt dieser Tage in die Läden. Keine wallenden Gewänder, keine Jesuslatschen, sondern Textilien aus Bio-Baumwolle, die aussehen wie aus der Boutique. Für die Präsentation von «Naturaline» hat die Handelskette Melanie Winiger (29) gebucht, als «Botschafterin», wie es heisst.
Der Fotograf Michel Comte (54) setzte sie in Szene. Der Zürcher ist eine international grosse Nummer in der Armani-Ferrari-Versace-Liga, hat aber auch schon fürs Rote Kreuz fotografiert.
«Naturaline» beschränkt sich nicht auf modische Outfits für Leute, die keine chemiebehandelten Fasern tragen wollen. Mit dem vor 15 Jahren gegründeten Öko-Projekt sieht sich Coop vor allem auch als Entwicklungshelferin für arme Bauern, die fair bezahlt und als Partner ernst genommen werden. Ausser im afrikanischen Tansania liegen die meisten Bio-Baumwoll-Plantagen in Indien.
Winigers Mutter ist in Kalkutta aufgewachsen. Klug spricht die Miss Schweiz 1996 über die Notwendigkeit der «Balance zwischen Konsumismus und sozialem Gewissen». Dass «Naturaline» speziell indische Frauen fördert, hat für sie politische Sprengkraft: «Frauen sind in Indien nicht gleichberechtigt. «Naturaline» gibt ihnen in den Projekten leitende Funktion. So stellt man das Kastensystem in Frage.»
Nörgler, die Winiger als Ex-Miss belächeln, die sich mit Umweltthemen selbst verwirklicht, nimmt sie nicht ernst: «Und wenn?» Schicke Sachen zu tragen und «dabei Gutes zu tun», sei allemal besser als rumzushoppen wie Paris Hilton, «der alles egal ist».
«Ich will niemanden belehren», betont Winiger. Keinesfalls will sie die verbiesterte Umwelttante spielen. Ihr Weg: Im Haushalt Ener-gie sparen, Müll trennen, statt des spritsaufenden Geländewagens einen Passat Diesel mit Partikelfilter fahren. Aber Stöckelschuhe müssen erlaubt sein, findet sie.
Ihre grüne Gesinnung teilt sie mit ihrem frisch angetrauten Ehemann. Der Rapper Stress (30) hat sich schon vor ihr für Umweltschutz in einem Coop-TV-Spot engagiert. Darin präsentierte er seinen eigens komponierten Song «On n’a qu’une terre» («Wir haben nur eine Erde»). Gemeinsame Aktivitäten, als «Strelanie», sind jedoch nicht geplant. «Geschäftlich gehen wir getrennte Wege», sagt Winiger. «Er engagiert sich gegen die globale Erwärmung. Ich setze mich für Menschenrechte ein.»
Das klingt natürlich alles furchtbar ernst. Trotzdem erlebte Melanie Winiger beim Shooting Lichtblicke. Die Fotos von Comte findet sie toll. «Da gefalle ich mir sogar selber. Das ist selten der Fall.»
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