Gölä und Trauffer im Exklusiv-Interview «Wir sind stolz auf unsere Herkunft»

HOFSTETTEN BEI BRIENZ BE - Der eine ist der erfolgreichste Mundartsänger der letzten zwanzig Jahre. Der andere besetzt mit seinen Heimat-Hymnen seit sechs Wochen Platz 1 der Hitparade: Büezeridol Gölä (47) und Alpenrocker Trauffer (36) haben aber noch mehr gemeinsam, als mit ihren Liedern die Schweiz zu begeistern. So gehen sie mit Erfolg und Neid um.

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SonntagsBLICK: Wie wird man so verdammt erfolgreich?
Gölä:
Indem man sein eigenes Ding durchzieht und sich nicht kümmert, was die Leute sagen.
Trauffer: Wir sind beide nicht darauf angewiesen, mit der Musik unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Deshalb können wir völlig unverfälscht und unverkrampft machen, was wir wollen. Uns redet niemand drein.
Gölä: Ob wir Platten verkaufen oder nicht, ist uns eigentlich Wurst. Wir kommen auch anders durchs Leben. Das haben wir zu genügend bewiesen. Ich auf Baustellen, Trauffer mit seiner Holzspielwarenfirma.

Ist es Zufall, dass Sie beide aus dem Berner Oberland stammen?
Gölä:
Wir haben das Glück, dass unser Dialekt im ganzen Land als schön empfunden wird.
Trauffer: Vielleicht sind wir Oberländer hartnäckiger als andere. Wollen wir ins Kino, müssen wir das Auto nehmen. Ebenso, wenn wir Lust auf chinesisches Essen haben. Wenn wir etwas wollen, müssen wir etwas dafür tun. Selbst hinter dem kleinsten Vergnügen steckt Arbeit. Das gilt auch fürs Musik machen.
Gölä: Ich erinnere mich, wie andere früher lieber in der Badi hockten oder bei ihren Freundinnen im Bett lagen, während ich im Übungsraum auf meiner Gitarre übte.

Auffällig ist, dass Sie beide oft Heimatgefühle besingen. Warum eigentlich?
Gölä:
Ich bin stolz auf meine Herkunft. Wenn ich in Zürich bin, habe ich immer das Gefühl, die wären am liebsten alle in New York. Es ist nicht gut, wenn man sich dauernd an etwas anderem orientiert. Da geht die Bodenhaftung verloren.
Trauffer: Wir stehen zu dem, was wir sind und woher wir kommen. Und das gefällt offenbar vielen anderen Schweizern. Weil auch sie stolz auf ihre Herkunft sind.

Mit Ihren Liedern geben Sie den Menschen Identität.
Trauffer:
Das ist doch schön! Gerade in einer Welt, die immer komplizierter und internationaler geworden ist, in der man sich auch leicht verzetteln kann, besinnen sich die Leute wieder ihrer Wurzeln.

Erfahren Sie auch Neid wegen Ihres Erfolgs?
Trauffer:
Ja, momentan motzen viele über mich, meine Texte hätten keinen Tiefgang, die Musik sei seicht. Aber ich mag das: Wer Neider hat, weiss, dass er etwas richtig macht. Schlimm wäre es, wenn man mit mir Bedauern hätte.
Gölä: Neid ist ein Gefühl, das ich selber nie hatte. Ich war nie ein Jammeri. Ich hatte Vorbilder und wollte werden wie sie, beispielsweise Polo Hofer. Mich freut es, wenn andere Menschen mit dem, was sie tun, Erfolg haben.
Trauffer: Am Erfolg suspekt ist mir anderes: Am Swiss Music Award beispielsweise wollten alle mein Pfötli drücken. Und am selben Event 2015 haben sie noch gelacht über meinen «Heimat-Seich».
Gölä: Typisch! Darum verweigere ich mich auch solchen Anlässen.

Die Musikbranche ist kaputt. Es werden kaum mehr CDs verkauft. Beneiden Sie Gölä nie darum, dass er mal 300’000 CDs absetzen konnte?
Trauffer:
Nein. Es gibt heute andere Kanäle, um Geld zu verdienen. Für Konzerte bekommt man eine höhere Gage, es wird auch mehr Merchandise abgesetzt. Keine Sorge, ich muss nicht verhungern.
Gölä: Neue Kanäle? Wovon spricht er? Ich habe noch nicht mal ein Passwort für mein Facebook-Konto, das mein Manager für mich eingerichtet hat (lacht).

Warum nicht?
Gölä:
Ich halte nichts von dem Quatsch. Ich brauche keine tausend Facebook-Freunde, wovon ohnehin keiner da ist, wenns wirklich brennt. Ich verlasse mich auf meine Familie und die paar Kumpels, die mir wirklich nahe stehen.

Was machen Sie, damit Sie nicht abheben?
Trauffer:
Es ist fantastisch, was momentan passiert. Ich lebe meinen Jugendtraum! Aber egal, wann ich nach einem Konzert ins Bett falle, ich stehe am nächsten Morgen um 6 wieder im Geschäft bei meinen Büezern. Dort ist der Ruhm, das Gejohle und der Hype vom Vorabend dann plötzlich weit weg.
Gölä: Ich bin natürlich extrem dankbar für den Erfolg. In meinem Umfeld interessiert es aber auch niemanden, wie viele Gold- und Platinauszeichnungen ich schon bekommen habe.

Publiziert am 13.03.2016 | Aktualisiert am 09.08.2016
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Gölä & Bellamy Brothers: Feels Good To Be Alive

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9 Kommentare
  • Gian  Schumacher aus Köniz
    14.03.2016
    bei vielen Kommentaren merkt man, dass die beiden eine falsche Herkunft haben. Die Schweiz. Da darf man nicht herkommen. Die Linken halten das für rassistisch.
  • Franz  Weber 14.03.2016
    Stolz zu sein auf etwas, das man überhaupt nicht beeinflussen kann / konnte, empfinde ich als völlig deplatziert. Passender wäre es z.B. zu sagen, dass ich gerne hier lebe, wo ich geboren bin und dafür dankbar bin.
  • Peter  Brunner 14.03.2016
    Also ich bin bestimmt nicht stolz in einer kommenden und z.T schon bestehenden Diktatur zu leben. Was dieser Staat alles zu verbieten weiss.
  • Hedy  Wyss aus Baden
    14.03.2016
    Oje. Gölä und Trauffer. Da muss man sich so richtig für die Schweiz schämen....
  • Rolf-Alfred  Wanner Basel 14.03.2016
    drGölä macht das schon recht!