Der Nase nach zum Titel Ferdy Kübler gewinnt LifetimeAward

  • Publiziert: 10.01.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Christiane Binder
play Zeigt den Lifetime Award: Ferdy Kübler, flankiert von Gattin Christina und Fifa-Chef Sepp Blatter.

(Sabine Wunderlin)

Als Ferdy Kübler (90) die Auszeichnung für sein Lebenswerk erhielt, wurde er von Emotionen durchgeschüttelt. Doch die Radsportlegende ist noch immer in Form.

Er sei ein «Mann mit Humor und Ausdauer», würdigte ihn sein Freund Sepp Blatter (73) in der Laudatio – zu Recht: Ferdy Kübler kann auf eine wahrhaft beeindruckende Karriere zurückblicken. Als erster Schweizer gewann der Zürcher «Adler von Adliswil» 1950 die Tour de France, das härteste Radrennen der Welt, auf seinem rotem Tebag-Renner.

Unser «Ferdy National», so dachten seither viele, ist ein Typ, den nichts umhaut. Doch bei der Ehrung verschlägt es ihm für Sekunden die Sprache: «Ich ha kei Ahnig gha, was los isch!»

«Bei ihm war der Wille immer Herzenssache», sagte Fifa-Präsident Blatter. Der Ferdy, das sei ein grossartiger Sportler, ein Idol, das lebte, was «unsere Eltern uns gelehrt» haben: «Dass Arbeit nicht nur chrampfen ist, sondern etwas erschaffen.» Dabei sei sein Freund stets bescheiden geblieben.

Eigentlich müsste Kübler öffentliche Wertschätzung gewohnt sein. Seit 1983 trägt er den stolzen Titel «Populärster Sportler der vergangenen 100 Jahre». Am 24. Juli 2009, seinem 90. Geburtstag, konnte er sich vor Gratulationen kaum retten. «Aber ich habe doch gar nicht so viel geleistet», sagte er. «Ich hab bloss gemacht, was mir Spass macht!»

Toll, wenn einer so bescheiden ist. Doch dieses Leben erzählt nun mal eine wunderbar altmodische Geschichte von einem, der sich gegen alle Widerstände durchgebissen hat. Als er ein junger Kerl war, hätte sich kein Mensch etwas unter einem LifetimeAward vorstellen können. Und der Ferdy schien sowieso nicht zum Star geboren. 1919 in Marthalen ZH zur Welt gekommen, wuchs er mit vier Geschwistern in kleinen Verhältnissen auf. Das Geld fürs Velo sparte er sich vom Munde ab; sehr zum Missfallen seines Vaters, der das Fahrrad kurzerhand zersägte.

Aber ein Ferdy Kübler lässt sich nicht bremsen. Im Laufe seines Lebens bewältigte er auf dem Velo die unfassbare Distanz von 750000 Kilometern.

Der passionierte Golfer (Handicap 22) widmete den Preis seinem «Schätzeli» Christina (62): «Ich habe eine ganz tolle Frau!»

Elektromonteur Daniel ist jetzt Millionär

Wer darf das Geldköfferli mit nach Hause nehmen? Die meisten Kandidaten bibberten daheim. Nur 50 erlebten die Ziehung im Saal – darunter Daniel Bienz (21) sowie sein Begleiter Dominic Meyer (22).

Und dann küsste ihn doch tatsächlich die Glücksfee, Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi! Der Elektromonteur ist ausser sich, als er erfährt, dass er den Jackpot heimnehmen darf. «Ich kann mein Glück kaum fassen!», so der frischgebackene Millionär zu SonntagsBlick. Seine Mutter habe ihm bereits Glückwünsche ausrichten lassen – per SMS – und auch sein Vater. Was er jetzt vorhat? «Erst mal will ich ins Ausland reisen und länger Ferien machen», meint der Berner Bienz, «das habe ich mir verdient. Und dann will ich in die Weiterbildung investieren.»

Genaueres kann er noch nicht sagen. Nur eines, und das ist ihm das Wichtigste: «Wir gehen jetzt nach Zürich und lassen ordentlich die Sau raus!» Übrigens: Daniel und Dominic sind noch zu haben ...
play Champion Ferdy Kübler bei seinem Triumph an der Tour de France 1950. (ZVG)

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