Fasnacht-Trennung: So leiden die Hunde

ZÜRICH – Zeigen sich Herrchen und Frauchen die Krallen, leiden auch Haustiere wie ein Hund. Vor allem Scheidungshunde wie bei Monika Fasnacht (44) und Patrick Engeli (41) gehen tierisch durch die Hölle.

  • Publiziert: 14.01.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Lukas Rüttimann und Peter Padrutt
play Da war das Glück noch intakt: Monika Fasnacht und Patrick Engeli mit den Hunden Pira (l.) und Simba. (SI/David Henderson)

Scheiden tut weh – besonders, wenn Kinder involviert sind. Doch auch die treuen Begleiter auf vier Pfoten können bei Trennungen regelrecht vor die Hunde gehen.

«Hunde kriegen eine Scheidung brutal mit», erklärt Tier-Expertin Susy Utzinger (39). In Fachkreisen werde sogar von «Scheidungshunden» gesprochen: «Diese Tiere sind stark traumatisiert – das ist wie bei Menschen.» Das tierische Leiden der Scheidungshunde – von Depressionen und Angstzuständen bis hin zu aggressivem Verhalten oder Unsauberkeit reicht das Elend. «Im Extremfall kann ein Hund an einer Trennung sogar zugrunde gehen», sagt Utzinger. Wichtig sei darum, dass die Gefühlswelt der Scheidungstiere ernst genommen werde.

Genau da scheint jedoch der Hund begraben: Mit Schnapsverkäufer Stefan Dudler (44) geniesst Monika Fasnacht zurzeit ihr Glück. So sehr, dass sie gar nicht auf die Idee kommen könnte, Sennenhündin Simba (11) und Tierheim-Mischling Filou (14 Wochen) könnte es hundselend gehen. «Denen gehts tipptopp», sagt sie zu BLICK. «Vor allem Simba ist glücklich. Und Filou ist zufrieden, wenn er am Büffelhautknochen kauen kann.»
Hat sie die neue Liebe etwa für den Schmerz ihrer Tiere blind gemacht?

Beobachtern am Spengler-Cup ist aufgefallen, dass das Paar trunken vor Glück wirkt. Familienvater Stefan ist inzwischen oft bei Monika in Laax anzutreffen. Dort arbeitet sie im Ferienhaus ihrer Eltern.

Solch soziale Veränderungen sind jedoch heikel, weiss die Expertin. Besonders für junge Hunde: «Deshalb ist mir bei Monikas Trennung auch als Erstes ihr Welpe in den Sinn gekommen», sagt Utzinger. Erst vor ein paar Wochen hatte Fasnacht Filou aus dem Tierheim zu sich geholt – mitten in ihren Scheidungskrieg. Utzinger: «Hunde sind ein beliebtes Mittel, um den anderen zu verletzen.» Zum Glück haben Fasnacht und ihr Ex Patrick Engeli (41) das Sorgerecht geklärt. Und der Garagist nimmt den Schmerz seines Scheidungshundes ernst. Schäferhündin Pira (8) leide sehr unter der Trennung, sagt er: «Sie vermisst Filou – sie war zu ihm wie eine Mutter ...»

Deshalb soll sie weder sein Ex-Frauchen noch ihre beiden Hunde sehen. Engeli: «Pira braucht jetzt Abstand. Sie darf Monika und ihre Hunde in den nächsten paar Wochen ganz sicher nicht sehen.»

Mitarbeit: Flavia Schlittler

Scheidungshunde & Recht

Was passiert mit einem Hund bei einer Scheidung? Rechtlich ist der Fall klar. Sofern nichts anderes vereinbart ist, gehört ein Tier zum Vermögen der Eheleute – und wird nach den entsprechenden Regeln zugeteilt. Vom Güterstand unabhängig werden den Parteien dabei zuerst jene Werte zugeteilt, die in ihrem Alleineigentum stehen. Auch ein Richter kann sich darüber nicht hinwegsetzen. Komplizierter ist es, wenn ein Tier beiden Partnern gehört. Dann teilt es der Scheidungsrichter jener Partei zu, die aus der Sicht des Tierschutzes die bessere Unterbringung gewährleisten kann. Auch rechtlich steht also das Wohlergehen der Scheidungstiere im Zentrum. Ein Gericht kann sogar Unterhaltszahlungen für ein Tier veranlassen.
Quelle: «Tier im Recht Transparent» von Gieri Bolliger, Antoine F. Goetschel, Michelle Richner, Alexandra Spring

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