Experte zum Strafantrag gegen DJ Christopher S. «Brandstiftung ist ein schweres Delikt»

Der Staatsanwalt will DJ Christopher S. unter anderem wegen Brandstiftung für sechs Jahre hinter Gitter schicken. Das sei keine ausserordentlich hohe Forderung, sagt ein Experte.

DJ Christopher S. Prozess: Experte über Versicherungsbetrug play
Soll für sechs Jahre ins Gefängnis: DJ Christopher S. SWPHOTOSVENWALLISER/DJCHRISTOPHERS.CH

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Der Berner DJ Christopher S. – bürgerlich Christoph Spörri – steht derzeit vor Gericht, weil er zwei Männer beauftragt haben soll, seine Musiksammlung anzuzünden. Kurz zuvor hatte er die Sammlung versichern lassen, die Anklage wirft ihm deshalb auch Versicherungsbetrug vor (BLICK berichtete).

Spörri selbst plädiert im Prozess, der vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland verhandelt wird, auf unschuldig. Der Staatsanwalt hingegen fordert wegen Anstiftung zur Brandstiftung und versuchten Versicherungsbetrugs eine Freiheitsstrafe von 75 Monaten.

BLICK hat André Kuhn (42), Fachanwalt für Strafrecht, um eine Einschätzung des Strafantrags gebeten. 

BLICK: Eine Freiheitsstrafe von mehr als sechs Jahren wegen Anstiftung zur Brandstiftung und versuchten Versicherungsbetrugs – das scheint wahnsinnig hoch.
André Kuhn:
Dieser Eindruck täuscht. Brandstiftung ist ein schweres Delikt. Allein dafür reicht der Strafrahmen bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe. Mit 75 Monaten beantragt der Staatsanwalt eine Strafe von etwas mehr als einem Viertel der Höchststrafe.

DJ Christopher S. Prozess: Experte über Versicherungsbetrug play
Rechtsanwalt André Kuhn ZVG/Ineo Rechtsanwälte

 

Trotzdem: Was für Gründe könnte es geben, dass der Ankläger eine so hohe Strafe für dieses Delikt verlangt?
Die Tatumstände und das Vorleben des Beschuldigten spielen eine wichtige Rolle. Wenn bei einer Brandstiftung Menschen in Gefahr gebracht wurden, ist die Mindeststrafe drei Jahre. Im vorliegenden Fall kommen noch weitere, schwere Tatvorwürfe hinzu wie Betrug und Veruntreuung. Allfällige frühere Verurteilungen würden ebenfalls ins Gewicht fallen.

DJ Christopher S. Prozess: Experte über Versicherungsbetrug play
Christopher S. Philippe Rossier

 

Das Urteil wird voraussichtlich am Freitag gefällt. Glauben Sie, dass der Staatsanwalt mit dieser Forderung durchkommt?
Eine Prognose ist bei Strafverfahren immer schwierig. In der Praxis verhängen die Gerichte aber tiefere Strafen als von der Staatsanwaltschaft beantragt.

Kennen Sie Fälle, in denen für ähnliche Delikte ähnlich hohe Strafen gefordert oder tatsächlich ausgesprochen wurden?
Konkret vergleichbare Fälle sind mir keine bekannt. Fälle mit dieser Kombination von Delikten – Brandstiftung, Versicherungsbetrug, Betrug – sind sehr selten. (bau)

Publiziert am 23.11.2016 | Aktualisiert am 25.11.2016
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4 Kommentare
  • Thomas  Degen 24.11.2016
    Auch wenn er schuldig ist, finde ich das Strafmass daneben. Banker haben ganze Volkswirtschaften an die Wand gefahren und unzählige Menschen in den Ruin getrieben, aber keiner wurde zur Rechenschaft gezogen und eingebuchtet. Wo bleibt da die Verhältnismässigkeit?
  • Dave  Hawtin aus Kaiseraugst
    23.11.2016
    So ist es halt in der Schweiz, auf einer leeren Autobahn 200 Km/h oder Wirtschaftskriminalität wird härter Bestraft als gefährliche Körperverletzung oder Sexualdelikte
  • Beat  Schenker aus Lugano
    23.11.2016
    Irgendwie schon komisch? Ich möchte ja nichts beschönigen aber was ist schlimmer (natürlich immer wenn wirklich schuldig) Brandstiftung mit Versuchten Betrug oder Inzest mit den eigenen Kindern? Dabei Reden wir ja noch nicht einmal vom Verursachten nachfolge Schaden.
  • Oli  Kaspar 23.11.2016
    Also ich finde das komisch das die 2 Typen plötzlich ihre Aussagen verändern! Warum haben sie nicht von Anfang an eine Version erzählt? Für mich macht das Chrigu zu einem unschuldigen auch wen die Geschichte recht komisch klingt!
    Benzin nehmen zeigt nicht gerade viel Intelligenz da jeder Brand Experte es sofort nachweisen kann! Besser wen schon geplant elektronische Panne.
    Also wen geplant dann mit Kopf.