
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Entspannt planscht Regula Späni mit ihren drei Kindern Sari (10), Gian (9) und Niklas (3) vor ihrem Haus in Jona SG im Zürichsee. Sie wirkt gelöst und glücklich. Bis am 31. Mai war die Moderatorin von «sportaktuell», «timeout» und «sportlounge» eines der bekanntesten Gesichter am Schweizer Fernsehen. Plötzlich hängte sie ihren Job an den Nagel. «Nach meinem Ausstieg machten Burnout-Gerüchte die Runde. Ich verstehe nicht, warum manche Menschen so etwas herumerzählen.»
Ja, sie habe manchmal das Gefühl gehabt, dass ihr die Kraft ausgehe: «Ich habe gemerkt: wenn ich nichts ändere, könnte ich in ein Burnout reinlaufen.» Doch so weit sei es bei ihr nie gekommen. «Burnout ist eine ernste Krankheit, die man nicht so leicht abschüttelt. Und ich war müde, nicht ausgebrannt.» Ein wenig Zeit für sich, Erholung und viel Schlaf brachten ihre Lebensfreude zurück. «Und kein stationärer Aufenthalt in der Klinik», stellt die zwölffache Schweizermeisterin im Schwimmen klar.
Sechs Wochen nach der letzten Sendung ist sie voll und ganz für ihre Kinder da. «Ich hol rasch Nikis Badehose», sagt Späni. Im Einfamilienhaus in Jona SG herrscht der alltägliche Wahnsinn eines Dreikinder-Haushalts. Späni strahlt, sie geniesst und schätzt ihr neues Leben sichtlich. Die heissen Sommertage verbringt die ehemalige Sport-Reporterin jetzt in der Badi statt im Büro: «Mein Familienleben hat sich seit meinem Ausstieg bei SF extrem entspannt. Ich habe endlich wieder Zeit, für die Kinder da zu sein», zieht sie Bilanz der letzten Wochen. «Der Druck ist weg. Ich muss die Kleinen nicht mehr hetzen. Vorher hiess es: ‹Macht vorwärts, ich muss doch auch noch was erledigen.›» Die Leichtigkeit sei zurückgekehrt. «Jetzt lege ich die Wäsche halt ein bisschen langsamer zusammen und schimpfe weniger», so Späni lachend.
Sie müsse nur noch das Mittagessen pünktlich fertig haben. «Ich kann meinem Mann Stefan endlich auch wieder viel Arbeit abnehmen. Abends kam ich spät nach Hause, am nächsten Tag musste ich teilweise extrem früh los. Da ist viel an ihm hängen geblieben.» Plötzlich ruft der dreijährige Niklas nach seiner Mutter. Gian ärgert seinen kleinen Bruder, tunkt das Nesthäkchen unter Wasser. «Sorry, ich muss schnell schauen, was los ist.» Mami ist sofort zur Stelle, tröstet Niklas und weist Gian sanft zurecht. «Früher wäre ich sofort auf 180 gewesen. Ich war so ungeduldig. Wenn die Kinder in den Wald wollten, hab ich vorgeschlagen, zu Hause zu bleiben. Weil ich zu müde war.» Da habe sie zu sich gesagt: «Das kann nicht sein. Wenn die Kinder in den Wald wollen, muss das möglich sein.» Jetzt hat sie wieder mehr Energie. Und Späni geniesst es, mit Niki als Luftmatratzen-Kapitän auf dem See zu paddeln oder mit den beiden Grossen vom benachbarten Bootshäuschen ins Wasser zu springen. «Es ist total schön, hat Mami so viel Zeit für uns», findet Töchterchen Sari.
Späni streicht der Fünftklässlerin die nassen Haare aus dem Gesicht. Den Kick, vor der Kamera zu stehen, vermisst sie nicht. «Ich dachte auch, dass es mir schwerer fällt, die Sendungen zu sehen. Aber vielleicht kommt die Wehmut erst.» Sie geniesse die Freiheit, nicht mehr immer up to date sein zu müssen. Ein Freund sagt: «Jetzt nimmt sie sich ein Timeout und irgendwann gibt sie wieder Gas.» Der innere Antrieb, etwas leisten zu wollen, sei noch da. «Ich lege erst wieder los, wenn die Kinder selbständiger sind.» Bis dahin wolle sie für Fussballspiele, Geburtstags-Partys, Sorgen und Nöte der Kinder da sein. «Vor die Kamera trete ich wahrscheinlich nicht mehr. Dafür bin ich zu alt.» Doch Regula Späni bereut nicht: Für sich und die Familie hat sie richtig entschieden.