Bald feiert der legendäre Unterhalter Emil Steinberger seinen 80. Geburtstag. Dafür spielt er noch einmal die Kultfigur Emil.
Millionen waren traurig, als Emil Steinberger vor 25 Jahren – er war erst 54! – seine Kultfigur einmottete. Die halbe Welt lachte über den liebenswerten, tölpelhaften Bünzli Emil. Der ehemalige Pöstler hatte mit seiner Kunstfigur den Menschen auf charmante Art einen Spiegel vors Gesicht gehalten, die helvetische Unbeholfenheit entlarvt. Doch 1987 schickte Steinberger Emil in Pension – und haute für zwei Jahre nach New York ab. Dort schrieb er Kolumnen, Werbespots und Bücher.
Jetzt lässt Emil Steinberger seinen Emil endlich wieder aufleben. Am 6.Januar feiert der grosse Kabarettist seinen 80. Geburtstag. Am Tag zuvor macht der Jubilar der Schweiz in einer Sondersendung selber ein Geschenk. «Ich schlüpfe in neue Rollen, spiele unter anderem einen Lokomotivführer und einen Kassierer im Supermarkt», sagt Steinberger. In den nächsten Wochen würden die ersten neuen Emil-Sketche gedreht. Zudem zeigt er Trouvaillen aus dem Archiv, die er selbst lustig findet.
Eigentlich hatte das Schweizer Fernsehen eine grosse Gala für Steinbergers runden Geburtstag geplant. «Aber er wollte keine grosse Sause. Das sei ihm peinlich», sagt SF-Bereichsleiter Rolf Tschäppät (52). Emil habe sich vielmehr eine Sendung gewünscht, in der er kreativ mitwirken könne. «Er hat diese Challenge bewusst gewählt, obwohl sie für ihn mit viel Arbeit verbunden ist.» Ehefrau Niccel (47) unterstützt Emil übrigens beim Drehbuch.
Dass der legendäre Unterhalter die Kultfigur Emil noch einmal spielt, hat sich abgezeichnet. Seit über zehn Jahren tritt Steinberger mit seinem Programm «Drei Engel» vor ausverkauften Häusern auf. «Im Laufe der Zeit veränderte sich diese Lesung immer mehr zu einem neuen Bühnenprogramm», sagt er. In den 100 Minuten lese er mittlerweile höchstens noch 15 Minuten. «Der frühere Emil hat sich ins Programm geschlichen.»
Nun hat die Figur Emil den echten Emil ganz vereinnahmt – für eine zweistündige TV-Show! «Es ist ein einmaliges Geschenk, dass ich selber einen TV-Abend gestalten kann», sagt Steinberger voller Freude. «Was herauskommt, wird man sehen. Ich hoffe für mich und die Zuschauer, dass es unterhaltsam wird.»
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