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Eluveitie-Sänger Chrigel Glanzmann: «Ich bin froh, dass die Tour vorbei ist»

ZÜRICH - Nach knapp zwei Jahren Welttournee gibt die Zürcher Folk-Metal-Band Eluveitie ein letztes Konzert am Samstag in Herisau AR. Im Blick.ch-Interview erklärt Sänger Chrigel Glanzmann warum er sich über das Tour-Ende freut.

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Im Rampenlicht: Eluveitie. play Eluveitie waren fast zwei Jahre auf Welttournee. (ZVG)

Diese Woche beenden Sie mit Eluveitie die Welttournee in der Schweiz. Sind Sie traurig, dass es vorbei ist?
Ich bin froh, dass die Tour vorbei ist! Es klingt zwar negativ – ist aber nicht so gemeint. Denn die Tour war sehr schön. Ich schätze, dass es unsere erfolgreichste Welttournee war. Wir waren fast zwei Jahre unterwegs – und jetzt sind alle froh, ein paar Monate zu Hause zu sein und das eigene Bett und die eigenen vier Wände um sich zu haben

Was ist das Anstrengendste einer Tour?
Die Reiserei! Jeden Tag an einem neuen Ort aufzuwachen zehrt an den Kräften. Das hat auch sein Schönes, laugt aber auf Dauer aus. Während der Tour hat man fast keine Privatsphäre. Auch die Fliegerei für grosse Distanzen und der Schlafmangel können ganz schön stressig sein. Wenn wir in Zentral-Europa unterwegs sind, reisen wir aber relativ feudal: Mit dem Tour-Bus.

Welcher Gig war der Beste?
In Nordamerika wurden unsere Erwartungen übertroffen: Von dreissig Shows waren zwei knapp nicht ausverkauft. Das war cool.

In Shanghai wurden Sie verhaftet.
Im ersten Moment erschraken wird, aber es war nicht so krass. Wir spielten unsere Show – und nach der Show warteten im Backstage-Bereich mehrere Polizisten. Sie verhafteten uns, wir verbrachten die Nacht auf dem Polizeiposten und wurden einzeln verhört. Sie fanden irgendeinen fadenscheinigen Grund um uns eine willkürlichen Busse aufbrummen –  wir bezahlten diese und durften wieder gehen.

Eluveitie besteht aus acht Bandmitgliedern. Wann gibt es Streit?
Es gibt nur hier und da Reibereien. Wir sind etwas ähnliches wie eine Familie geworden. Pro Jahr sind wird zwischen sieben und neun Monaten auf Tour, und leben in dieser Zeit praktisch zusammen. Und nach der der Tour produzieren wir ein neues Album, sind im Studio wieder zusammen.

Haben Sie Groupies?
Wir haben Fans, die mehrere Konzerte besuchen und dafür weite Distanzen reisen. Ein Fan reiste zum Beispiel aus Mexiko nach New York nach. Das ist schön – es schmeichelt.

Worum geht es in den Texten von Eluveitie?
Wir erzählen Geschichte. Ich versuche in meinen Texten den menschlichen Aspekt rauszuschälen. Wenn man sich mit Geschichte auseinander setzt, sind das oft mit furztrockenen Fakten: Jahreszahlen oder eine Anzahl Todesopfer. Aber das waren Menschen, die Geschichte geschrieben haben. Das ist eine emotionale Sache, es gab viele tragische Schicksale.

Was bedeutet eigentlich euer Bandname?
«Eluveitie» ist ein Satz in Gallisch, der übersetzt «Ich der Helvetier» heisst. Ich bin diverse gallische Inschriften durchgegangen, die man bei Ausgrabungen gefunden hat. Die Inschrift «Eluveitie» war eingeritzt in eine Tonschale. Da fand ich: Was würde besser zu einer Schweizer Band passen?

 

Morgen Donnerstag spielen Eluveitie um 20 Uhr im Bierhübeli in Bern.

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