Katharina (45) aus Moosseedorf BE ist Königin von Kamerun «Ein Voodoo-Zauberer hat mich verhext»

  • Publiziert: 01.09.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Martina Abächerli
play «Wegen dem Voodoo-Zauber hatte ich über Monate schlimmste Albträume.» Katharina Paholo (Toini Lindroos)

Neid trieben ihre Nachbarn zum Voodoo-Schwur. Jetzt kämpft Katharina gegen den Fluch.

Katharina Paholo (45) ist geschockt. Auf ihr laste ein böser Voodoo-Zauber, glaubt die gebürtige Moosseedorferin. Und dabei hätte sie doch so gern weitere Kinder.

Vor fünf Jahren wanderte Katharina Paholo nach Kamerun aus. Sie folgte ihrer grossen Liebe, die sie im Internet kennengelernt hatte: Marcelin (50), ein afrikanischer Prinz und durch einen dummen Zufall um den Königsthron gebracht. Trotzdem darf sich die gelernte Verkäuferin seit ihrer Heirat vor vier Jahren «Königin von Bangangté du Ndé» nennen. Und auch ohne Thronanspruch geniesst sie royale Privilegien, nimmt an den königlichen Festen teil und wohnt in Afrika in einem Haus mit 152 Quadratmetern Wohnfläche.

Vor knapp vier Jahren brachte Paholo Sohn Sky zur Welt, veröffentlichte ihre Erfahrungen im Buch «Mein Leben als Königin in Kamerun». Doch jetzt verrät sie: «Wir hätten gerne noch ein Geschwisterchen für Sky. Aber ich glaube, dass über mir ein böser Voodoo-Zauber lastet. Ich kann einfach nicht mehr schwanger werden.»

Mit Voodoo-Zauber glauben manche Afrikaner anderen eins auswischen zu können. «In Afrika sind die Leute sehr schnell neidisch», sagt Katharina Paholo nachdenklich. Sie, die auf dem schwarzen Kontinent nicht nur durch ihre helle Körperfarbe auffällt, sondern auch durch ihren Lebensstil, weiss: «Die Afrikaner denken, alle weissen Frauen seien reich. Deshalb beneiden sie meinen Mann.»

Katharina glaubt, sie sei von schwarzer Magie besessen. «Mich plagten über Monate die schlimmsten Albträume. Einmal schoss ich schreiend aus dem Schlaf hoch und weckte auch meinen Mann. Ich erzählte ihm alles. Er sagte, das sei die Kraft von Voodoo.» Paholo glaubt ihrem Mann, dem kamerunischen Prinzen.

In ihren Ferien in der Schweiz klagt sie über anhaltende Bauchschmerzen, schliesslich lässt sie sich von einem Arzt untersuchen: «Der diagnostizierte eine Zyste in meinem Unterleib. Nur wenn ich sie operativ entfernen lasse, habe ich die Möglichkeit, vielleicht wieder schwanger zu werden», sagt sie. Katharina Paholo ist überzeugt: «Ein Voodoo-Zauberer hat mich verhext.»

Doch nicht genug damit: Sie und ihr Mann Marcelin würden bedroht. Man habe versucht, sie zu vergiften, behauptet Katharina. «Seither kaufe ich mir an den Märkten nur noch etwas zu essen, wenn mein Mann dabei ist. Denn als Heiler nimmt er Gift wahr.»

play Sohn Sky hätte gerne ein Geschwisterchen. (Toini Lindroos)

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