Divertimento-Komiker Manu Burkart (38) für einmal ganz ernst «Das Leben ist kein Witz»

Es ist die erste TV-Show des neuen Jahres. Und auch seine erste eigene TV-Show: Am Freitag, 1. Januar, 18.10 Uhr, präsentiert Manu Burkart (38) in «Guets Neus» witzige TV-Momente. Im Gespräch schlägt der Divertimento-Star auch ernste Töne an.

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BLICK: Sie haben sich gerade tätowieren lassen ...
Manu Burkart:
Richtig, ich machte ein paar Schattierungen am Ellbogen. Es tat höllisch weh. Aber das hat wohl auch mit dem Alter zu tun. Man wird empfindlicher mit den Jahren.

Warum legen Sie sich so oft unter die Nadel?
Es ist schon eine Art Sucht. Meine Frau Michèle ist leider kein grosser Tattoo-Fan. Es braucht viel Überzeugungsarbeit, wenn ich ein neues will. Das vorletzte Tattoo machte ich im Frühling in Miami. Ich wollte nur das berühmte Miami-Ink-Studio besichtigen, kam dann aber nicht daran vorbei, mir ein kleines Souvenir stechen zu lassen: die Initialen meiner beiden Kinder.

Sie sind fünf und zweieinhalb Jahre alt. Wie erziehen Sie die Kinder?
Sicher seriöser, als man es mir geben würde. Ich bin oft ein strenger, eigentlich kein besonders lustiger Vater. Ich verlange von meinen Kindern, dass sie respektvoll mit anderen umgehen. Und dass sie Menschen nicht etikettieren, nur weil sie vielleicht anders aussehen oder unterschiedlich ticken. Den Kindern Nächstenliebe und Res­pekt beizubringen, finde ich das Wichtigste überhaupt.

Möchten Sie noch mehr Kinder?
Wir wissen es noch nicht. Die Verantwortung ist schon riesig. Dazu kommt, dass ich manchmal ein ziemlich mulmiges Gefühl habe, was die Welt angeht, in die wir unsere Kinder schicken. Einerseits die Überbevölkerung: Die Menschheit wächst, die Ressourcen hingegen schrumpfen. Das wird mit der Zeit einfach nicht mehr auf­gehen. Anderseits der ­Klimawandel.

Was ist damit?
Ich finde dieses warme Wetter, das wir momentan erleben, ex­trem besorgniserregend. Die Gletscher verschwinden, irgendwann wird kein Wasser mehr den Berg hinunterfliessen. Meine Generation wird wohl mit einem blauen Auge davonkommen. Aber die Generation unserer Kinder könnte harte ­Zeiten durchmachen. Ich glaube auch, dass der Flüchtlingsstrom weiterhin zunimmt. Momentan kommen vorwiegend Menschen zu uns, die vor Krieg flüchten. Und die bringen uns schon an den Anschlag. Irgendwann werden aber auch Klimaflüchtlinge dazukommen. Und dann wird es richtig eng bei uns.

Angesichts solch düsterer Prognosen: Wie können Sie überhaupt noch lustig sein?
Wahrscheinlich, weil ich am Ende immer noch mehr Optimist als Pessimist bin. Und weil ich weiss, dass das, was ich mache, den Menschen gut tut. Ich bringe sie zum Lachen. Man darf das Elend dieser Welt nicht verdrängen, man muss versuchen, es zu bekämpfen. Das Leben ist kein Witz, auch kein Spiel. Aber zwischendurch sehnt sich ­jeder danach, für ein paar Stunden die Probleme des Alltags auszublenden. Und wir helfen ihnen dabei.

Sie und Jonny Fischer machen seit letztem Sommer ein Jahr Pause mit Divertimento. Wie wichtig war es für Sie, Abstand zu gewinnen?
Jonny und ich sind seit 13 Jahren als Duo unterwegs, wir lechzten geradezu nach Abwechslung. Es ist für uns beide essenziell, dass wir nach so langer gemeinsamer Zeit mal etwas allein realisieren können. Jonny ist ab Februar Juror in der TV-Show «Die grössten Schweizer Talente», ich habe meine Neujahrssendung und andere kleinere Projekte. Im Oktober 2016 kehren wir dann mit ­Divertimento zurück.

Sehnen Sie sich nie nach einer anderen beruflichen Herausforderung?
Doch. Aber genau diese Freiheit gönnen wir uns jetzt ja. Mich reizt die Schauspielerei, darin würde ich gerne mehr Erfahrungen sammeln. Zudem kommt irgendwann wieder eine Zeit, wo ich nicht mich, sondern andere in den Mittelpunkt stellen möchte, ein sozialer Beruf. Ich komme ja ursprünglich aus einem sozialen Beruf, ich war Lehrer. Ein Traum von mir ist ausserdem, mit meiner Familie mindestens ein oder zwei Jahre in Ostafrika ein Wildtier-Umsiedlungsprojekt zu unterstützen.

Divertimento sind also nicht für die Ewigkeit bestimmt?
Ich bezweifle, dass Jonny und ich 50 Jahre lang nur das eine Ding machen wollen – wie beispielsweise das Cabaret Rotstift. Momentan freuen wir uns auf unsere Rückkehr, wir haben schon Teile des neuen Programms geschrieben.

Publiziert am 30.12.2015 | Aktualisiert am 30.12.2015
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