Lys Assia hat ihr Testament gemacht «Die Stiefkinder kriegen nur die Möbel»

  • Publiziert: 28.12.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Dominik Hug

Sie musste Weihnachten im Spital verbringen. Nun regelt Lys Assia ihren Nachlass. Mit überraschenden Empfängern.

Lys Assia (86) steht noch immer unter Schock. «Ich dachte, ich würde Weihnachten nicht mehr erleben», sagt sie mit schwerer Stimme. – Verdacht auf Herzinfarkt! Zwei Tage lang wurde sie untersucht. «Ich hatte Glück im Unglück», sagt Lys Assia nach ihrer Entlassung, «es war nur ein Mini-Herzinfarkt».

Dennoch sorgt sie schon jetzt vor für die Zeit, wenn sie mal nicht mehr auf der Welt ist. Die legendäre Sängerin («O mein Papa») hat ihr Testament gemacht. Darin hält sie fest, dass mit ihrem Vermögen nach ihrem Ableben die «Lys Assia Fondation» gegründet werden soll. «Eine Institution für herrenlose Tiere», wie Lys Assia verrät, «Tiere machen den Menschen so viel Freude. Ich möchte, dass meine Stiftung armen Hunden und Katzen ein neues Heim ermöglicht.»

Ihre vier Stiefkinder – die Töchter ihrer zwei verstorbenen Ehemänner – hat sie über ihr Vorhaben bereits eingeweiht. Und auch sie sollen nach ihrem Tod nicht zu kurz kommen. «Sie kriegen allerdings nur meine Möbel», sagt Lys Assia. Dann ergänzt sie: «Und natürlich meine Pelze, meinen Schmuck und die sonstigen schönen Sachen.»

Schon nächsten Monat wird Lys Assia einen Familienrat einberufen, damit ihre Nachkommen die Gegenstände aussuchen können. «Ich verteile mein Mobiliar lieber dann, wenn ich noch am Leben bin», erklärt sie. «Sonst gibt es später nur Krach, wer was bekommt.»

Ihre Stiefkinder sollen mit Zettelchen markieren, welche Gegenstände sie später haben wollen. «Von ihrer Freude und ihrer Dankbarkeit habe ich jetzt mehr. Bin ich aber tot, bringt mir das Glänzen in ihren Augen nichts mehr.»

Dass sie ihr Testament gemacht habe, sei ihr unangenehm gewesen, sagt Lys Assia. «Aber das Sterben gehört nun mal zum Leben. Ich will, dass für meine Liebsten nach meinem Ableben gesorgt ist.»

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