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Die Schauspielerin aus Ostermundingen BE lebt auf ihrem Landsitz nahe Rom. (WireImage.com)
Unvergessen bleibt die Szene, als Ursula Andress 1962 im Bikini aus dem Meer steigt. Als Muscheltaucherin Honey Ryder erlangte sie Weltruhm. Noch heute gilt die Bernerin als bestes, spektakulärstes und heissestes Bond-Girl aller Zeiten.
Doch auch bei Hollywoodstars bleibt die Zeit nicht stehen, der Körper verändert sich. Das musste Ursula Andress am eigenen Leib erfahren. Die Schauspielerin leidet an Osteoporose – im Volksmund Knochenschwund.
«Als ich es erfuhr, war ich schockiert. Ich habe mich geweigert, es zu glauben! Ich, ein ehemaliges Bond-Girl, kann nicht an Osteoporose leiden. Die Diagnose hat mich in meiner Lebenlust ausgebremst», erzählt die 72-Jährige ungeschminkt und ehrlich.
Mit der heimtückischen Krankheit ist sie nicht allein. Heute ist jede zweite Frau und jeder fünfte Mann über 50 osteoporosegefährdet. Die Knochen werden fragiler und brechen. Die innere Struktur des Knochens ist nicht mehr fest, sondern «ausgehöhlt» und gleicht in der Struktur einem Zwieback. Zusätzlich kann sich die Wirbelsäule krümmen. Die Körpergrösse kann bis zu drei Zentimeter schwinden.
«Osteoporose ist wie ein stiller Dieb. Zum Glück kann man ihn in Schach halten», erzählt das ehemalige Sexsymbol. Und doch. Es ist keine schöne Vorstellung für das heisseste Bond-Girl aller Zeiten, an Knochenschwund zu leiden. Glücklicherweise ist die Krankheit bei ihr im Frühstadium entdeckt worden.
Mit Hilfe ihrer Ärzte – Professor Kurt Lippuner vom Inselspital Bern und Dr. Samuel Stutz – hat sie entsprechende Schritte unternommen, um ihre Knochenkrankheit zu behandeln. Dabei ist nebst individueller Medikation eine gesunde Einstellung zur Krankheit sehr hilfreich.
«Ursula Andress soll sich ihren Lebensradius und ihre Interessen von der Osteoporose ja nicht einschränken lassen. Das ist das Wichtigste», sagt Stutz.
Das möchte Ursi National nun weitergeben. Ihre Message: Frühzeitige Untersuchung und sich bei der Diagnose Knochenschwund nicht unterkriegen lasssen.
Deshalb macht sie bei der internationalen Sensibilisierungskampagne «Timeless Woman: The Campaign for Stronger Bones» mit. Ihr Engagement ist mehr als ein Lippenbekenntnis. Mit all ihrer Kraft setzt sie sich für die Sache ein.
Und da sie mit ihren Kräften haushalten muss, setzt sie Prioritäten: Die James-Bond-Premiere lässt sie ausfallen. Zehrt die Krankheit doch mehr, als Ursi National zugeben mag? «Nein, ich muss einfach meine Zeit gut einteilen. Für Filmpremieren bleibt da keine. Sorry, James.»
Ursula Andress rüttelt auf. «Ich fordere alle Frauen über 55 auf, ihren Arzt aufzusuchen und sich auf Osteoporose untersuchen zu lassen.» Sie hat es gemacht. «Ich habe der Krankheit den Kampf angesagt. Diesen gewinne ich täglich neu.»