Zoë Jenny und ihr Abtreibungs-Geständnis Darum brach ich das Tabu

  • Publiziert: 31.07.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Kaye Anthon

Die ganze Schweiz diskutiert über Zoë Jennys Abtreibungsgeständnis. Jetzt spricht die Starautorin.

Glücklich hält Zoë Jenny (36) ihr Baby im Arm: Naomi ist fünf Monate alt, der ganze Stolz der schönen Starautorin.

Vor 13 Jahren war Zoë Jenny schon einmal schwanger. Doch sie hat das Baby abgetrieben. Im BLICK von gestern sprach sie erstmals über die traumatische Erfahrung. Und die Reaktionen der Leser auf ihr Abtreibungsgeständnis waren enorm.

Jetzt spricht die Schriftstellerin ausführlich über das Motiv, weshalb sie ihr ungeborenes Kind weggemacht hat: «Ich war jung, gerade mal 23 Jahre alt. Ich wollte frei sein. Ich wusste, dass mein damaliger Partner nicht der Mann meines Lebens ist.»

In der elften Woche ihrer Schwangerschaft checkte Zoë Jenny in einer Zürcher Klinik ein. «Es war furchtbar», erinnert sie sich. «Aber ich fühlte mich damals noch selbst wie ein Kind. Und irgendwie gab es für mich keinen anderen Weg, als abzutreiben.»

Der Eingriff war kurz, die Erinnerung daran beschäftigten Jenny aber noch lange. «Keine Frau entscheidet leichtfertig, ihr Ungeborenes wegzumachen», sagt sie.

Ironie des Schicksals, dass Zoë Jenny Jahre später vergeblich versuchte, schwanger zu werden. Erst eine In-vitro-Behandlung bescherte ihr mit 35 Jahren das lang ersehnte Babyglück mit ihrem Mann Matthew Homfray (29). Jenny: «Ich glaubte stets, ich musste dafür büssen, dass ich das Schicksal beeinflusst habe.»

Doch warum hat Zoë Jenny ihr Abtreibungsgeständnis erst heute publik gemacht? Sie: «Ich bin vom Schicksal gesegnet.» Abtreibung sei ein Thema, mit der sich die Gesellschaft beschäftigen müsse. «Es darf kein Tabu mehr sein.» Sie stelle sich noch immer ab und an vor, wie ihr Leben heute wäre, wenn sie das Kind behalten hätte. «Ich bin überglücklich, dass ich eine zweite Chance bekommen habe.»

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