Damian von Lichten bleibt mit schweren seelischen Problemen allein Da hilft kein Psychiater!

Er war die Lichtgestalt am Schweizer Designerhimmel. Mit Sex- und Drogenpartys steigerte er seine Berühmtheit in einen Höhenrausch. Geblieben sind dem heute 46-Jährigen Einsamkeit, Rechtsstreitigkeiten, körperliche und seelische Probleme.

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In den 1990ern rief der Mann, der sich den strahlenden Namen Damian von Lichten zugelegt hatte, die «Swiss Fashion Show» ins Leben. Damit gab er hiesigen Jungdesignern, aber auch etablierten Modegrössen wie Christa de Carouge (80) eine Bühne. Und sich selbst: Bei sieben Ausgaben der Show in angesagten Locations zeigte er Jahr für Jahr auch eigene, stets ausgefallene Kreationen. 

«Es war eine unglaubliche Zeit. Alles war möglich, erwünscht, gewollt und wurde gefeiert. Ich kannte kein Limit, ging immer weiter und höher», erzählt er rückblickend. Auch privat liebte der Designer das exzessive Leben. Bis vor acht Jahren plötzlich alles vorbei war. 

«Ich liebte extremen Sex. Einmal nahm ich mit meinem damaligen Freund Ritalin und Kokain in Kombination mit Viagra. Da begann für mich der Höllenritt», gesteht von Lichten. Die unmittelbare Folge war ein Tinnitus in seiner schlimmsten Form: «Dieses dauernde Pfeifen und Rauschen in meinem Ohr trieb mich in den Wahnsinn. Ich bekam Depressionen und Panikattacken.» Medikamente und seine Hündin Lola hielten ihn nach eigener Darstellung bis anhin vom Selbstmord ab. 

Letzten Monat aber erlebte er wieder einen Moment, in dem er Angst vor sich selber bekam: «Ich brauchte dringend Hilfe, hatte schwerste Depressionen.» Am 9. November checkte er in der Seeklinik Brunnen SZ ein: «Ich fühlte mich aufgehoben», berichtet der Designer. Am dritten Tag gerät er erneut in Panik: «Ich fuhr nach Hause ins Zürcher Oberland. Doch mir wurde schnell klar, dass dies ein Riesenfehler war.» Nach einer Nacht in Angst will er wieder in die Klinik zurück. «Ich rief an, wurde aber  vertröstet – über Tage hinaus. Man melde sich, ich bräuchte eine weitere Kostengutsprache. Dabei war die Einweisung ja für unbefristet ausgestellt, mein Bett noch reserviert, ich verstehs nicht.» 

Von Lichten berät sich mit seinem Anwalt. Dann schreibt er der auf ganzheitliche Behandlung von psychischen Störungen spezialisierten Seeklinik, er bestehe auf einer stationären Behandlung.

Die Antwort kommt am 12. November; das Schreiben liegt SonntagsBlick vor: «Wir sehen keine Grundlage mehr für eine fruchtbringende Behandlung in unserer Klinik. Wir bitten Sie, sich eine andere Klinik zu suchen.» Ist Damian von Lichten nicht mehr zu helfen? Die Klinik beruft sich auf die ärztliche Schweigepflicht, erteilt weder ihm noch SonntagsBlick Auskunft.

«Wo soll man sich selbst sein können, wenn nicht in einer Spezialklinik? Ich bin alleine, brauche dringend Hilfe und kriege einfach keine», klagt der St. Galler. Nun versucht er, in ambulanter Behandlung wieder festen Boden unter den Füssen zu bekommen.

Publiziert am 18.12.2016 | Aktualisiert am 18.12.2016
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6 Kommentare
  • David  Brunner aus Wetzikon
    18.12.2016
    Der Mensch hatte vielleicht schon immer ein Knall und machte aus seiner Spezialität und Not eine Tugend. Dann holte ihn offenbar das Schicksal ein. Ihn jedoch hinzuhalten, leiden zu lassen, zu täuschen, die Behandlung zu verweigern, keinen Bescheid zu geben, sich ihm gegenüber auf die ärztliche Schweigplicht zu berufen, wie soll man das bezeichnen ?
  • roland  koller aus zürich
    18.12.2016
    Wie kann man nur so herzlose Kommentare verfassen, ihr kennt nur einen Bruchteil des Lebens von dem Mann der ein grosse Herz hat ,der immer auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit war, die er nie bekommen hat! Damian ist als Kind und Jugendlicher von seinem Vater schwerste sexuell misshandelt worden und über viele Jahre in Psychiatrischer Behandlung . Damian hat sein Leben ohne nichts und gesundem Milieu aufgebaut, er hat als Kulturschaffender Projekte realisiert wo andere nur davon träumen.
  • Michel  Wehner aus Bohol
    18.12.2016
    Hätte er mal, in seinen fetten Jahre, anstatt seine Gesundheit und sein komplettes Leben an die Wand zu fahren mal besser etwas beiseite geschafft. Dann könnte er die Kosten jetzt locker selber decken. Aber leben in die Vollen und danach die Gemeinschaft (uns versicherte) dafür bezahlen lassen finde ich schon extrem dreist! Irgendwann präsentiert das Leben jedem die Rechnung!
  • Lucio Silva  Safnanno aus San Vito Lo Capo
    18.12.2016
    Er müsste seine einbetonierte Strasse, zu der auch Seelenkliniken gehören, verlassen und sich in eine andere Welt begeben und ein Jahr lang alleine das Leben in der Oase Merzouga verbringen.
  • Sarah  Keller 18.12.2016
    Und wieder mal sind alle anderen schuld, egal, wie man selber sein Leben höchstpersönlich abgefackelt hat! Es gehört zum Konzept solcher Kliniken und muss sicher durch Unterschrift bestätigt werden, dass man als suizidaler Schwerstkranker nicht einchecken und zwei Tage später wieder verschwinden kann, da so eine sinnvolle, effektive Behandlung gar nicht möglich ist und solche Patienten bloss anderen den raren Platz wegnehmen. Entweder sucht einer verzweifelt Hilfe, oder aber er macht sein Ding.