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Francine Jordi ist heute wieder der TV-Engel an Heiligabend. (ZVG)
Frau Jordi, Ihr wohl ereignisreichstes Jahr geht zu Ende ...
Francine Jordi: Ja, es war wirklich viel los. Und es findet für mich einen wunderschönen Abschluss mit der Weichnachtssendung auf «Gut Aiderbichl». Wir erzählen heute Abend die Geschichte von 40 Labor-Schimpansen, für die dank der Aiderbichl-Stiftung eine glückliche Wendung kam.
Was ist mit den Tieren passiert?
Die Affen haben eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Ein Pharma-Unternehmen, das sie in engen Käfigen hielt, baute nach vielen Jahren ein Aussengehege für die Tiere. Das Management dieser Anlage führte einen Freizeitpark, der einging. Die Affen wurden zur Konkursmasse. Jetzt hilft Aiderbichl. Die legendäre Affen-Forscherin Jane Goodall und Aiderbichl-Gründer Michael Aufhauser planen eine grosse Aussenanlage und ein Resozialisierungsprogramm für die sensiblen Affen.
Warum gehen Ihnen Tiere so ans Herz?
Das war schon immer so, ich liebe meinen Labradror Pego ja auch über alles. Für diese Sendung durfte ich einen kleinen Yorskshire in die Arme nehmen, ein armes, zitterndes «Hämpfeli». Er ist fast blind und zitterte. Das tat mir weh. Wir haben aber auch Kinder aus den SOS-Kinderdörfern in der Sendung. Es war schön zu sehen, wie die Tiere auf die jungen Menschen rea-gieren. Der Gnadenhof glänzt im Weihnachtslicht. Leider lag bei der Aufzeichnung kein Schnee. Aber es ist trotzdem die vielleicht rührendste Aiderbichl-Sendung überhaupt.
Schauen Sie sich die Sendung zu Hause an?
Ja, das tun wir. Wir feiern immer Heiligabend im Familienkreis. 30 bis 40 Leute sind es oft. Es gibt meistens Schinkli mit Kartoffelsalat. Wir singen Weihnachtslieder – mehrstimmig. Die Kinder sagen Versli auf und es wird die Weihnachtsgeschichte erzählt. Ganz traditionell.
Sind Tonys Kinder auch dabei?
Ja, wir feierten schon gestern Abend mit ihnen, meinen Eltern und den Schwiegereltern. Ich habe mich sehr darauf gefreut, dass alle zusammen sind.
Vor zwei Jahren haben Sie und Tony sich einen Kühlschrank geschenkt. Gibts dieses Jahr einen Kochherd?
(Sie lacht). Nein aber der Kühlschrank hält noch. Dieses Jahr wollen wir einander aber mal richtig überraschen.
Was war für Sie das schönste Ereignis dieses Jahres?
Ganz klar meine Hochzeit mit Tony. Es ist das Schönste, wenn man seine Beziehung nach sieben Jahren mit einem Fest in einem Waadtländer Winzerdörfchen krönen darf. Und es ist noch ungewohnt, formelle Dinge unter diesem Namen zu unterschreiben. Das kommt schon noch. Denn Tony ist richtig herzig. Er hat mich auf viele meiner über 100 Konzerte dieses Jahres begleitet. Und wir haben auch eine tolle Zeit im Januar in Australien erlebt. Wir waren ja fast einen Monat mit Jeep und Rucksack unterwegs.
100 Konzerte – wird man da nicht müde?
Ja, aber dafür bekomme ich von meinen Fans an den Konzerten auch viel zurück! Bei mir klingelt oft um vier Uhr nachts der Wecker. Ich schlafe oft unruhig. Ohne Frühstück ab ins Bad, dann ins Auto und ab zum Flughafen. Oft trete ich dann spät abends auf, komme um 1 Uhr ins Bett. Das ist schon anstrengend. Vor allem, wenn dann noch, wie kürzlich in Chemnitz, das Auto bei minus 18 Grad über Nacht einfriert! Am Morgen sprang es nicht mehr an. Dabei musste ich dringend los ans nächste Konzert. Wir schlotterten in der Kälte, bis wir endlich ein Ersatzauto bekamen.
Ein grosses Ereignis war Ihr Sieg mit dem Jodlerklub Wiesenberg bei den «Schweizer Hits» – der Triumph über die Schlager-Hasser.
Ach, nein. Am Ende haben doch bei dieser Show alle gewonnen, die Interpreten aller Sparten! Aber ja, ich war so bewegt, als wir auf der Bühne das Resultat lesen konnten. Das Publikum hat ja uns gewählt, das ist noch schöner, als wenn es eine Fachjury gewesen wäre. Der Jodlerklub Wiesenberg, mit dem eine tolle Freundschaft entstanden ist, und ich dürfen ja am 9. Januar beim SwissAward auftreten. Nach der Sendung wollen wir richtig feiern!
Es heisst, die «Schweizer Hits» würden nächstes Jahr pausieren und 2011 vielleicht wiederkommen. Wären Sie wieder dabei?
Ich bin gerne wieder dabei.
Würden Sie wieder auf dem Sofa sitzen und am Wettbwerb teilnehmen – das gab viel zu reden.
Die Anfrage für die Teilnahme als Gesprächspartnerin kam ja, bevor die Nominationen bekannt wurden. Ich bin nun mal Sängerin, und wenn ein Titel wie «Das Feyr vo dr Sehnsucht» so erfolgreich ist, dass er am Wettbewerb teilnimmt, dann freue ich mich natürlich.
Ihr neues Album «Meine kleine grosse Welt» ist ein Renner. Viele sagen, es ist eines der besten ...
Oh, das freut mich. Aber ja, es gab viele Komplimente für die drei Mundart-Songs in der Schweizer Edition. Ich glaube, es ist mir gelungen, zwei ganz verschiedene Stile zu vereinen: Es gibt Schlagertitel und poppige Mundart-Songs. Gerade für diese bekam ich viele positive Rückmeldungen.
Wie verbringen Sie die Festtage?
Ich freue mich, nach drei Monaten auf Achse eine erholsame Zeit mit Tony verbringen zu dürfen. Schon am 30. Dezember habe ich ja noch einen Auftritt, und im Januar gehts auf die «Musikantenstadl»-Tour.
Und was wünschen Sie sich für Weihnachten?
Viel Gesundheit für alle meine Liebsten. Und dass die Schweiz gut mithilft, den Klimagipfel nächstes Jahr in Mexiko vorzubereiten. Dort müssen sich alle endlich am Riemen reissen. Es geht um sehr viel, um unsere Welt, um alles!
Und zum Schluss: Die Baby-Frage stelle ich Ihnen diesmal nicht.
Das ist nett, danke.
«Weihnachten auf Gut Aiderbichl», heute SF 1, 20.05 Uhr
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Einer der 40 Labor-Schimpansen, die dank Jordis TV-Sendung auf glückliche Zeiten hoffen können. (Peter Korrak)