Topmodel Nadine Strittmatter (27) erhält zum Abschied ihrer Afrikareise Geschenke und kehrt mit einem reichen Erfahrungsschatz heim.
Liebe Alle!
Der vierte Tag beginnt mit dem unsanften Weckruf von Nachbars Ziege. Nach drei intensiven Tagen merke ich, wie meine Gedanken zu kreisen beginnen. Es gelingt mir nur schwer, das hier in Moçambique erlebte einzuordnen. Aber dafür habe ich ja genügend Zeit, wenn ich wieder zu Hause bin. Jetzt heisst es, möglichst viele Eindrücke sammeln. Darum steht das Team von SolidarMed schon bald wieder bereit, um mich an die Wasserfälle des Rio Lurio mitzunehmen. Nach drei Tagen rund um das Thema Gesundheit und alle damit verbundenen Herausforderungen, will mir das Team heute unbedingt die Schönheit Afrikas mit auf den Heimweg geben.
Am frühen Morgen ist wieder ganz Moçambique unterwegs. Mich lässt noch immer nicht los, was diese Leute wohl für Ziele haben müssen. Wir fahren in eine komplett andere Richtung als die Tage zuvor, noch einmal wird der Jeep zum beräderten Schüttelbecher.
Die Landschaft zieht wie ein Film an mir vorbei. Wo man denkt, hier gibt es nichts mehr, stehen plötzlich wieder Lehmhütten und Kinder freuen sich über den seltenen Besuch. Salama! Rufen sie. Ich lächle ihnen zu und winke zurück.
Als wir aussteigen sehe ich einen heruntergekommenen Aussichtspunkt aus Zeiten der portugiesischen Herrschaft. Vor mir eröffnet sich ein herrlicher Blick auf die Wasserfälle des Rio Lurio. Jetzt, mit der beginnenden Trockenzeit, können wir in hinunter in die Schlucht steigen, begleitet von den helfenden Händen der Einheimischen. Vor mir öffnet sich die Schlucht. Atemberaubend!
Am Abend heisst es bereits Abschied nehmen. Natürlich lassen es sich meine Gastgeber von SolidarMed nicht nehmen, daraus ein kleines Fest zu machen. Wir bedanken uns mit einer Diashow der gemachten Fotos.
Morgen früh reise ich bereits wieder ab. Die Tage hier brannten sich unauslöschbar in mein Hirn. Ich bin sehr dankbar, diese Menschen getroffen zu haben. Ich bewundere die grosse Lebensfreude der Menschen hier und kann nicht aufhören darüber zu staunen, dass die Leute in einem Land, in dem 25 Jahre Krieg herrschte, bei welchem knapp eine Million Menschen umkamen und in dem es deswegen noch heute etliche Landminen gibt, so freundlich und zuvorkommend zu uns sind. Ich finde es zutiefst beeindruckend, dass sie Ausländer wie mich trotzdem mit einer riesigen Freude und ihren Tänzen willkommen heissen. Bei meiner Abreise erhalte ich etliche Geschenke von den Einheimischen, wobei ich mich nicht richtig wohl fühle, weil sie ja eigentlich wirklich nichts haben.
Mir wird aber gesagt dass ich die Sachen unbedingt annehmen muss, weil ich die Menschen sonst in ihrem Stolz verletzen würde.
Ich behalte Moçambique als ein lebensfrohes, wenn auch armes Land in Erinnerung und weiss jetzt, dass die miserable Gesundheitsversorgung durch Organisationen wie SolidarMed gestärkt wird. Wer krank ist kann nicht warten, bis sich der mittellose Staat ein besseres Gesundheitssystem leisten kann.
Es würde mich freuen, wenn ihr die Arbeit von SolidarMed unterstützt. Auf www.solidarmed.ch findet ihr weitere Informationen.
Viele Grüsse,
Nadine