
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Die Entscheidung fiel früh. Gerade 13 Jahre alt war Lilibeth, wie die Queen damals genannt wurde, als ein Besuch an der Marineakademie Dartmouth anstand. Ihr Blick fiel auf den Kadetten zur See, Prinz Philip von Griechenland, damals 18 und ihr Cousin dritten Grades – und Lilibeth war klar: Der oder keiner. Eine Begeisterung, die ihre Eltern und der Hof nicht teilten. «Raubeinig, ungeschliffen» fanden sie Philip.
Sein Glück war – so zynisch das klingt – der Zweite Weltkrieg. Philip bewährte sich bei Britanniens Marine, machte Karriere, hatte mittlerweile den Namen «Mountbatten» angenommen – und durfte schliesslich am 20. November 1947 die 21jährige Elizabeth in der Londoner Westminster Abbey zum Altar führen.
Fünf Jahre war es ein friedliches Leben. Das junge Paar lebte mit seinen Kindern auf der Insel Malta, wo Philip als Marineoffizier stationiert war. Doch 1952 verstarb unerwartet Elizabeths Vater, König George VI., 57jährig. Die 26jährige musste – kaum vorbereitet – auf den Thron. Für Philip begann das Leben als Prinzgemahl: In der Öffentlichkeit immer einen Schritt hinter seiner Gattin, ein Leben als graue Eminenz – nur hinter den Kulissen mächtig, fokussiert darauf, seiner Frau den Rücken frei zu halten. Eine Funktion, die in dieser Generation sonst nie ein Mann erfüllte.
Gekriselt hat es in der Ehe kaum – zumindest nicht öffentlich. Philip wurden immer wieder Affären nachgesagt, über die Queen und ihren Rennpferde-Manager Earl «Porchy» Carnarvon (1924-2001) wurde Ende der 50er Jahre getuschelt. Offenbar kein Problem. Prinz Philip: «Die Queen besitzt Toleranz im Übermass.»
Der Freundeskreis des Paares ist seit Jahrzehnten unverändert – und vorbildlich diskret. Doch alle, die die beiden näher kennen, sind sich einig: «Sie hat Philip immer geliebt – noch heute hat sie ein Funkeln in den Augen, wenn sie ihn anblickt.» Und seitdem die Queen im Jahr 2002 ihre beiden anderen wichtigsten Bezugspersonen, die Queen Mum (1900-2002) und Schwester Margaret (1930-2002) verlor, ist Philip wichtiger denn je.
In der Familie hatte er schon immer das Sagen. Nicht nur zur Freude seiner Kinder. Er verdonnerte Charles (59), der sich erfolglos dagegen wehrte, zum Besuch des spartanischen Internats Gordonstoun. Edward (42), der Jüngste, musste zum Militär, auch wenn er nicht wollte. Philip galt als ein Drahtzieher der Ehe von Charles und Diana (1961-97) und hatte nie etwas für seine Ex-Schwiegertochter Fergie (48) übrig. Und als sich bei einer privaten Autofahrt die Queen einmal über Philips rasanten Fahrstil mokierte, blaffte er: «Noch ein Wort und Du fliegst raus!»
Baron Martin Charteris of Amisfield (1913-99), einst Privatsekretär der Queen, formulierte das so: «Philip ist definitiv der einzige Mann auf der Welt, der die Queen wie einen ganz normalen Menschen behandelt.» Offenbar mit Erfolg – denn entgegen allen Gerüchten: Das Paar teilt sich bis heute ein Schlafzimmer. Ist einer auf Reisen, telefonieren die beiden ständig miteinander.
Gegensätze ziehen sich an. Das ist in diesem Fall gut, denn beide spielen völlig unterschiedliche Rollen. Die Queen muss weder witzig noch brillant sein – alleine die Tatsache, dass sie Königin ist, reicht, dass sich alle um sie scharen. Philip ist wegen seines zynischen Humors gefürchtet.
Die Queen muss lesen – jobbedingt alle möglichen Schriftstücke. Philip darf lesen – er besitzt eine Privatbibliothek mit 11 000 Bänden, liebt Kunstbücher, Shakespeare und Elliot.
Die Queen muss sich neutral und vorurteilsfrei verhalten, Philip nicht. «Die beiden sind vor allem gute Freunde, und das ist ihr Erfolgsrezept», sagt eine frühere Hofdame. Und topfit sind sie auch: Philip spult mit 86 Jahren im Jahr noch immer 400 offizielle Termine ab. Im Dienste der «Firma», wie die Queen selbst das Königshaus nennt.
Das Privatleben ist dagegen heute fast bünzlig – Fernsehen, Kreuzworträtsel, Grillieren (Philip bedient den Grill stets selbst), Wochenende auf dem Land (Schloss Windsor). Dazu passt auch das Geschenk, das der Hofstaat zum Jubiläum macht: Weitere Porzellanteile für ein Service, bemalt mit Schlössern, Pferden und Hunden. Die Queen hat sie sich gewünscht.
Blick-Abo
Bestellen Sie sich jetzt Ihr Blick-Abo.
SonntagsBlick-Abo
Bestellen Sie sich jetzt Ihr SonntagsBlick Abo.
Blick News App für alle Smartphones
Blick Sport Apps
Damit bist du immer auf der Siegerstrasse
Blick TV App für iPad und iPhone
Keine Lieblingssendung mehr Verpassen!
SportErlebnis
Für alle Sportbegeisterte jetzt anmelden und profitieren!
Blick.ch ist das meistbesuchte Portal der Schweiz für Nachrichten aus den Bereichen News, Sport, People, Unterhaltung, Lifestyle und Auto. © 2012 Blick.ch
