Deutsche ärgern die Queen

  • Aktualisiert am 13.01.2012

Wer ärgert die Queen? – Die Deutschen! Zumindest im Film. James Bond, der Geheimagent ihrer Majestät, sieht sich immer wieder den Fieslingen aus Germanien ausgesetzt, einer stattlichen Liste böser Deutscher!

Kaum eine Woche, in der nicht ein «James Bond»-Klassiker in einem der deutschsprachigen Programme über den Bildschirm geht. Und die Erkenntnis nährt: Im klassischen englischen Krimi ist gern der Gärtner der Mörder. In den James Bond-Filmen ist der Böse meist ein Deutscher. Oder, wenn grad kein Germane greifbar ist, gerne auch ein Österreicher.

Kein Wunder: Bond-Erfinder Ian Flemming (1908-64) kämpfte als britischer Geheimdienstoffizier im Zweiten Weltkrieg. Zuletzt hats Ex-«Balko»-Fahnder Ludger Pistor (47) in «Casino Royale» mal zur Rolle eines seriösen Bankiers gebracht. Viel länger ist aber die Liste der bösen Deutschen und Österreicher.

Lotte Lenya (1891-1981). Gebürtige Wienerin, bekannt als KGB-Agentin Rosa Klebb mit dem im Oma-Schuh eingebauten Springmesser (wahrscheinlich auch deutsche Markenqualität aus Solingen.

In «Liebesgrüsse aus Moskau» (1963).
Gert Fröbe (1913-88) als Auric Goldfinger in «Goldfinger» (1964). Da Fröbe einst NSDAP-Mitglied war, wurde der Film zeitweise in Israel verboten. Erst als jüdische Freunde bezeugten, dass ihnen Fröbe das Leben gerettet hat, wurde der Streifen frei gegeben.
Karin Dor (heute 68) als Agentin und böses Bondgirl in «Man lebt nur zweimal» (1967). Nach insgesamt fünfeinhalb Minuten, in denen sie im Bild zu sehen ist, wird sie von Piranhas gefressen.

Ilse Steppat (1917-69) als «Irma Bunt» in «Im Geheimdienst ihrer Majestät». Macht in den Schweizer Bergen James Bond schwer zu schaffen – ist Handlangerin des Haupt-Bösewichts Telly Savalas (, später «Kojak»).

Curd Jürgens (1915-82). Der gebürtige Münchner ist als «Karl Stromberg» in «Der Spion, der mich liebte» (1977) der Gegenspieler von Bond. Wurde als «germanischer Kleiderschrank» einer der wenigen international erfolgreichen deutschen Filmstars.

Klaus Maria Brandauer (62). Gebürtiger Österreicher aus der Steiermark, für «Jenseits von Afrika» Oscar-nominiert. Als «Maximilian Largo» im Film «Sag niemals nie» (1983) Vize-Chef der Terror-Organisation «Spectre».

Andreas Wisniewski (49) in der Rolle des «Necros» in «Der Hauch des Todes» (1987). Obwohl fast neun Minuten im Bild, blieb nur wenigen als Bond-Star in Erinnerung.

Gottfried John (64) als General Ourumow in «Golden Eye» (1995). Böser Russe gegen Pierce Brosnan (533) – am Ende natürlich der Verlierer. Der «gute Deutsche» war hier ein BMW, der in diesem Film erstmals von Bond gefahren wird.

Götz Otto (39) gab den «Stamper» in «Der Morgen stirbt nie» (1997). Genau 8:40 Minuten im Bild, trotzdem heute öfter auf Münchner Partys als in Hollywood-Filmen zu sehen.

Claude-Oliver Rudolph (49) bringt als General Akakievich in «Die Welt ist nicht genug» (1999) gerade mal auf 40 Leinwand-Sekunden, nachdem er sich zuvor in vielen deutschen Produktionen als ewiger Böse empfahl.

Clemens Schick (34) in «Casino Royale» (2006). Fieser Bodyguard Kratt von Bond-Gegenspieler Mads Mikkelsen (40, Däne). Schick ist bisher eher als Theaterschauspieler bekannt, war mal für ein halbes Jahr in einem Kloster.

Und wer empfiehlt sich als böser Deutscher für die Zukunft? – Wie wärs mit der mörderisch attraktiven Schönheitschirurgen-Witwe und Fast-Prinzessin a.D. Tatjana Gsell (35)?


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