Starkoch Anton Mosimann verrät Bei Innereien ist die Queen «not amused»

Wie kein Zweiter kennt Starkoch Anton Mosimann (65) Ihre Hoheit. Weiss, was sie mag – und kocht für sie zum Abschluss des Jubiläums.

  • Publiziert: 03.06.2012, Aktualisiert: 04.06.2012
  • Von André Häfliger

Wie wird man Leibkoch der Queen?
Anton Mosimann: Aus Fami­lientradition. Königin Eliza­beth II. hat mich von ihrer Mutter übernommen. 1977 kam die vor zehn Jahren verstorbene Queen Mum ins Hotel Dorchester, wo ich Küchenchef war, mit zehn Personen zum Privatdinner. Ich kochte ihnen ein Fischgericht. Beim Abschied bot sie mir an, künftig für sie bei wichtigen Empfängen zu kochen. Für Queen Elizabeth schwinge ich die Kellen seit 30 Jahren.

Wie ist die Queen denn so?
Ein ganz herzlicher Mensch mit einer grossen Aura. Sie zieht ­einen sofort in ihren Bann. Die Königin ist extrem freundlich, nett und immer gut gelaunt. Sie ist eine umgängliche Person. Eine sehr charmante Frau, die gerne lacht – manchmal auch über sich selbst. Neben ihren legendären Hüten hat sie für mich ein zweites Markenzeichen: ihre dezenten, stets sehr fein riechenden Parfums.

Was isst Ihre Hoheit am liebsten?
Fisch, Fleisch, Pasta, Kartoffeln, Reis – fast alles. Sie legt aber wert auf biologische Esswaren. Am liebsten mag sie Produkte aus der Bio-Farm ihres Sohnes, Prinz Charles. Auch in kulinarischen Dingen ist die Königin total unkompliziert, meistens sind drei Gänge angesagt, mehr wären ihr zu viel.

Und was mag sie nicht?
(Lacht) Bisher hat sie nie etwas zurückgewiesen. Einzig Inne­reinen goutiert sie nicht. Ihre fast wichtigste Mahlzeit ist der «Tea», den sie täglich mit Gurkensandwiches, Früchtebrot, Pasteten und Gebäck regelrecht zelebriert. Sie hat einen sehr geregelten Tagesablauf, ist diszipliniert, stets aktiv und arbeitet viel. Und sie ist eine gros-se Pferdenärrin, erzählt mir oft und stolz von ihrer Lieblingen, die sie selber züchtet.

Wann haben Sie Ihre Hoheit zum letzten Mal getroffen?
Letzte Woche war ich zweimal privat im Königshaus eingeladen. Zuerst bei der Königin, dann bei Prinz Charles, mit dem ich ebenfalls seit Jahren eng befreundet bin. Am 5. Juni darf ich mit meinem 100-köpfigen Team an der Abschluss­gala des 60-Jahr-Thronjubi­läums für 700 Gäste im Westminster Palace kochen. Was, steht noch nicht fest.

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