Promis in der Internet-Falle

  • Aktualisiert am 20.01.2012
  • Von Peter Padrutt
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Auch wenn Anna Maier längst wieder in ihr Kleidchen passt — ihre Problemzone kriegt sie aus dem Internet nie mehr weg.

Google sieht alles: Vor einem halben Jahr gabs am «Swiss Award» viel Rummel um einen knappen Fummel von Moderatorin Anna Maier (30). Die Nachricht setzte sich im Netz fest: Wer die TV-Moderatorin googelt, findet an fünfter Stelle nichts über ihre Karriere bei Sat.1. Sondern über ihre Kleiderpanne.
Google ist unerbittlich: Pikantes und Bösartiges, Gerüchte oder Fehltritte, die Suchmaschine speichert alles – für alle Ewigkeit.

Immer mehr Arbeitgeber durchleuchten so Bewerber. Eben erst tappte Miss Maxim Natalia Columberg (27) in die Google-Falle.

Google hält alles fest – wie in einem Zwinger. So haben
militante Tierschützer um Erwin Kessler seit Jahren «10 vor10»-Moderatorin Susanne Wille (34) im Visier. Gnadenlos prügeln sie auf die Tierfreundin ein.

Von «grausam-egoistischer Eitelkeit und Ignoranz» ist im Netz zu lesen, wenn man sie googelt. Wille versuchte gegen die ehrverletzenden Äusserungen vorzugehen – ver-geblich! Google zieht nicht nur Millionen an – manchmal auch aus.

TV-Moderatorin Eva Camenzind (28) sogar für immer. «Ich moderiere ohne Höschen», gestand sie während ihrer «Hammer-Show»-Zeit einmal. Seither streift die Baslerin ohne Pants durchs Internet. Ihre Versuche, die Short News zu stoppen, waren vergebens.

Hart traf es auch Melanie Winiger (30). Auf einer Webseite konnte man ihr für acht Franken beim Duschen und Sex zusehen –Zusammenschnitte aus dem Kinofilm «Achtung, fertig, Charlie!». Die Ex-Miss wollte gegen den Betreiber vorgehen –chancenlos!

Und die Transsexuelle Nadia Brönimann (39) erschrak kürzlich sehr, als sie sich selber googelte. Ein Unbekannter hatte ihre Wikipedia-Seite gehackt. «Ich musste lesen, dass ich 2007 verstorben sei», sagt Brönimann geschockt. Die Nachricht machte im Netz sofort die Runde. «Dabei geht es mir so gut wie nie zuvor.»

Wie schützt man sich im Internet?

Der eidgenössische Datenschutzbeauftragte Hanspeter Thür (59) über die Gefahren in Foren und Kontaktbörsen.

Blick: Herr Thür, die Miss Maxim bekam ihren Job nicht, weil ihr Chef sie googelte. Kommt so was oft vor?
Hanspeter Thür: Ja, wir stellen fest, dass immer mehr Arbeitgeber Google als Informationsquelle für künftige Mitarbeiter benutzen. Das kann Benachteiligungen bei Stellenbewerbungen zur Folge haben.

Google ist gnadenlos. Kann man sich dagegen schützen?
Ich sehe das differenzierter. Diese Miss verbreitete ihre Bilder ja selber im Netz. Als angehende Betriebs-Ökonomin hätte sie wissen müssen, dass solche Fotos zu ihrem Nachteil sein können. Sie hat es also selber zu verantworten.

Man ist also oft selber schuld, wenn Pikantes auf Google auftaucht?
Ja, es gibt immer mehr Foren und Kontaktbörsen im Internet. Vor allem junge Leute geben darin sehr viel Persönliches preis oder veröffentlichen sehr private Fotos.

Wie kann man sich schützen?
Indem man sich gut überlegt, was man auf solchen Seiten über sich verrät. Auf unserer Homepage www.edoeb.admin.ch gibt ein Infoblatt Auskunft, wie man sich im Internet verhalten soll.

Wenn man über Google Einträge findet, die einem schaden – kann man diese stoppen?
Das ist oft schwer. Informationen finden sehr schnelle Verbreitung. Man müsste gegen viele Betreiber juristisch vorgehen, was oft unmöglich ist, wenn sich der Anbieter im Ausland aufhält. Es gibt eine Seite aus Amerika, auf der man die Nachbarn beschimpfen kann. Da ist der Rechtsweg schwierig.
Anna Meier Vertat sich mal in der Kleiderwahl (kl. Bild) — die Bilder davon sind samt unschmeichelhaften Kommentaren immer noch abrufbar.- ZVG

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