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Grosser Aufruhr gestern um das klein gewachsene Musik-Genie. Der «Petit Prince» versetzt ganz Montreux in Ausnahmezustand. Als um 16 Uhr die Abendkasse aufgeht, wird gekreischt und gesungen. Die Fans sind aus ganz Europa angereist.
Manche campierten schon am Vorabend vor den Festivaltüren. 129 Franken kostet ein Stehplatz – ein Zigfaches bezahlte man auf dem Schwarzmarkt. Die regulären Tickets waren innert 10 Minuten nach Eröffnung des Vorverkaufs weg.
Riesenwirbel gibt es auch um Princes neustes Album «Planet Earth». Dieses liess der Künstler letzten Sonntag in dreifacher Millionenauflage der englischen Zeitung «Mail on Sunday» beilegen – gratis!
Prince empfinde Verkaufscharts nur als eine Konstruktion der Musikindustrie, die wenig oder keine Bedeutung für Künstler und Fans habe, sagt ein Sprecher des Stars. «Das einzige Ziel von Prince ist es, Musik direkt zu denen zu bringen, die sie hören wollen.»
Bis jetzt waren das über 100 Millionen eigene Tonträger. Prince komponierte aber auch für andere Hits. Etwa «Nothing Compares 2 U» für Sinéad O’Connor.
Mit Prince ist wirklich nichts zu vergleichen. Das liegt auch an seinen Spleens. So verlangt der Ehrengast aus Minneapolis fürs Essen ausschliesslich farbige Stoffservietten. Kein Papier!
Ebenfalls fordert er ei-ne Original-US-Popcorn-Maschine. Glück für Festivalgründer Claude Nobs (71). In seiner Sammlung alter Slotmachines hats auch das. Aber das Gerät war kaputt. Ein Mechaniker musste es erst reparieren.
«Einem Künstler dieser Liga gewähren wir natürlich eine Carte blanche», sagt Mediensprecher Francesco Laratta. Soll heissen, Prince bekam einen Blankocheck für sein Konzert. Darf auf der Bühne tun und lassen, was er will.
Gestern Abend bedankte er sich mit einem Hammerkonzert im Auditorium Stravinski.
Kaum betrat er mit seiner Band die Bühne, ging die Post ab. Und 4000 Fans huldigten ihrem Prinz wie einem König.