Polo «im Herzen ein Beamter»

  • Publiziert: 15.04.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Nicole Freudiger
play «Huere geil». Polo Hofer (r.) und René Rindlisbacher beim Dreh. (Toini Lindroos)

Showdown zwischen Polo Hofer und René Rindlisbacher. Für einen Film stehen sie gemeinsam vor der Kamera. Und geben sich tüchtig aufs Dach.

Sarnen OW, Verwaltungsgebäude. Mundart-Rocker Polo Hofer und «Edelmais»-Komiker René Rindlisbacher liegen sich in den Haaren. «Gahts no», ruft Rindlisbacher. «Dann bleibt wieder alles an mir hängen», wehrt sich Polo. Cut. Das Publikum klatscht. Eine weitere Szene ist im Kasten.

Zum ersten Mal stehen die bühnenerprobten Schweizer gemeinsam vor der Kamera. Für «Nagelprobe», einen Mystery-Heimatfilm von Regisseur Luke Gasser. Polo spielt den Archivar Aschwanden, der mit dem Wirtschaftshai Bertschi (Rindlisbacher) ein Folterinstrument aus dem Mittelalter verschwinden lässt.

Vor dem Dreh tigert Polo nervös umher, stellt sich in eine Ecke und übt den Text, raucht eine Zigarette und versucht sich mit ein paar Gläsern Wein zu beruhigen.

Vor der Kamera ist Polo souverän. Der bünzlige Staatsangestellte gelingt ihm gut. «Ich bin halt im Herzen auch ein Beamter», erklärt der Rocker. Und im Mittelalter wäre er am liebsten Gessler gewesen. «Tell war ja ein Terrorist», meint er mit Schalk in den Augen.

Rindlisbacher ist begeistert, mit Polo vor der Kamera stehen zu dürfen: «Polo ist Kult, ein Original.» Regisseur Luke Gasser kommt gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus: «Polo macht das super. Ich hätte nie gedacht, dass die Szene so schnell im Kasten sein würde!»

Am Abend, kurz nach acht Uhr, ist Feierabend. Alle sind zufrieden. Fast alle – Polo fragt: «Kann ich jetzt endlich wieder Musik hören?» Im Herzen ist und bleibt er eben doch ein Rocker.

play Ein Original. Polo Hofers Schweizer Socken und Goldschuhe. (Toini Lindroos)

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