Placebo rocken in Zürich «Die Schweizer Flagge ist komisch»

ZÜRICH - Rockstar Stefan Olsdal (42) feiert mit Placebo das 20-jährige Jubiläum.

Placebo rocken in Zürich: Bassist Stefan Olsdal im Gespräch play
Placebo mit Bassist Stefan Olsdal (links). Pressebild

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Placebo gibt es schon 20 Jahre, herzliche Gratulation! Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis? Kämpfen! Je mehr man arbeitet und wirklich für seinen Traum kämpft, desto eher hat man Erfolg. Wir lassen uns durch schlechte Tage nicht unterkriegen, obschon wir auch harte Zeiten haben. Ich sehe das mit Brian und mir wie in einer Liebesbeziehung: Wir haben viele Aufs und Abs. Wir wussten aber immer, was wir wollen und haben erkannt, dass es sich lohnt, für einen gemeinsamen Traum zu kämpfen – die Musik.

Hätten Sie vor 20 Jahren gedacht, dass Sie 2016 noch Musik machen würden?
Ja, weil man als Musiker nicht in Pension gehen kann. Das ist Fluch und Segen zugleich. Musik wird immer ein Teil meines Lebens sein. Ich bin dickköpfig – was ich einmal angefangen habe, bringe ich zu Ende. Aufgeben ist nie eine Option für mich.

Dann dachten Sie nie ans Aufhören mit Placebo?
Doch, sogar oft. Aber da gibt es den emotionalen Teil in mir und den rationalen. Ein Affe reagiert auf Emotionen: Wenn er wütend ist, geht er auf jemanden los, auch wenn das dumm ist. Wir haben alle einen Affen in uns drin und manchmal Mühe, unsere Gefühle unter Kontrolle zu halten. Ich glaube aber daran, dass genau das möglich ist: Wenn ich an meinen Emotionen arbeite, sie manchmal unterdrücke, wird es sich bezahlt machen. Man lernt dadurch viel über sich selber.

Wie hat Sie denn der Erfolg mit Placebo als Mensch verändert?
Er hat mich verletzlich gemacht. Man realisiert, wie schnell etwas auseinanderbrechen kann. Ein anderer Teil in mir fühlt sich auch bestärkt: Placebo ist wie Treibstoff für mich, die Band hilft mir, Dinge in anderen Lebensbereichen zu meistern. Mit 42 spüre ich endlich eine innere Zufriedenheit. Die Panikattacken wurden weniger.

Was sind das für Panikattacken, mit denen Sie kämpfen?
Es ist generell die Existenzangst, die zu solchen Attacken führt. Was ist der Zweck meines Daseins, wohin will ich? Woher soll ich überhaupt all die Kraft nehmen? Das kommt dann alles zusammen, diese Fragen quälen mich oft. In solchen Momenten bricht der besagte «Affe» aus mir heraus.

Wie kämpfen Sie gegen diesen Affen an?
Viel arbeiten hilft, ich habe neben Placebo noch eine andere Band. Ablenkung sorgt dafür, dass der Affe im Käfig bleibt.

Was bereuen Sie in Ihrem Leben?
Die Vergangenheit ist ein grosser, schwerer Fels, den man nicht bewegen kann. Dinge zu bereuen, bringt deshalb nichts. Man kann nur vorwärtsgehen.

Worauf sind Sie im Leben am meisten stolz?
Ganz klar: Ich entschied mit zwölf, dass ich Musik machen will und spiele heute noch immer Konzerte in grossen Hallen.

Genau, am 16. November kommen Sie nach Zürich ins Hallenstadion. Mögen Sie die Schweiz?
Ich mag eure Flagge gar nicht. Ich finde sie komisch wegen des Kreuzes. Sie erinnert mich an Menschen, die Leben retten. An Mediziner, Ärzte, vor denen ich den grössten Respekt habe. Und Landesflaggen hasse ich generell – darum sollte da kein solches Kreuz drauf sein dürfen.

Publiziert am 12.11.2016 | Aktualisiert am 16.11.2016

Gratis zu Placebo

Sie rocken, was das Zeug hält! Am Mittwoch, 16. November, spielt die Kultband Placebo ihre Hits wie «Bitter End», «This Picture» oder «Every You Every Me» im Zürcher Hallenstadion. Für diese Show verlost BLICK exklusiv 30 x 2 Tickets. So sind Sie dabei, wenn Sie die Antwort auf folgende Frage wissen:

Was für eine Formation sind Placebo?          

A: Rock-Trio   B: Ländler-Quintett

Wählen Sie die Telefonnummer 0901 908 136 (1.50 Fr./Anruf). Geben Sie Name, Adresse und Telefonnummer samt Vorwahl an. Oder senden Sie ein SMS mit Keyword ­PLACEBO und dem Antwortbuchstaben A oder B an die Kurzwahlnummer 530 (1.50 Fr./SMS). Name, Adresse nicht ver­gessen! Oder machen Sie mit via http://m.vpch.ch/BLI11242 (chancengleiche Teilnahme ohne Zusatzkosten via Mobile Internet WAP).

Teilnahmeschluss: Heute Samstag, 12. November, 24 Uhr.

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7 Kommentare
  • Ulrich   Coradi aus Zürich
    12.11.2016
    Das Rote Kreuz als weltbekanntes Symbol für Rettung und Aerzte etc. wurde eben zu Ehren des Schweizers Henri Dunant von der "komischen Schweizerfahne" abgeleitet, indem man die Farben gewechselt hat.
    Etwas Allgemeinbildung stünde dem Rockstar nicht schlecht an. Aber eben ...
  • Willi  Meier aus Saland
    12.11.2016
    Genau wegen der äusserung des Schweizer Kreuzes würde ich nie zu denen in ein Kozert gehen.Was massen sich die an über eine Landesflagge zu urteilen.Vermutlich sind denen Kreuze generell ein Greuel.
  • Markus   Müller 12.11.2016
    Den Kommentaren von Regula Rauber und Dahn Swiss gibt es nur noch etwas hinzuzufügen: Da spricht ja eine extrem links ideologische Haltung. Warum gehen die Jungs nicht in einen Staat wo das heute noch so praktiziert wird? Viele gibt es ja nicht mehr - die haben dazugelernt. Aber wir haben immer noch Nordkorea.
  • Regula  Rauber aus Ackerland
    12.11.2016
    Das Kreuz steht unter Anderem auch für Ausgewogenheit. Anders als beim christlichen Symbol sind hier die vertikale und die horizontale Kraft im Gleichgewicht.
    Das Rote Kreuz wurde in Genf, in der Schweiz gegründet. Dieses "Wappen " ist aus dem Schweizerkreuz hervorgegangen.
  • Sibylle  Corrodi aus Thayngen
    12.11.2016
    Das ist doch verständlich! Menschen mit so düsteren Blicken ist das Kreuz ein Ärgernis. Und sich Mühe geben, um zu verstehen was die Bedeutung des CH-er Kreuzes ist, dazu fehlt der Wille. Oder die Bildung...