Darf man das? Perez Hilton verhöhnt Inzest-Opfer

ZÜRICH – Die Frechheit ist die schärfste Waffe von Promi-Blogger Perez Hilton. Doch diesmal ist er vielen zu weit gegangen. Er nennt Inzest-Monster Josef Fritzl «Vater des Jahres».

  • Aktualisiert am 14.01.2012
«Vater des Jahres»: Ging Perez Hilton damit zu weit?- Screenshot: Perezhilton.com

Seine Website ist eine der meistbesuchtesten Seiten in den Vereinigten Staaten. Darum ist US-Promi-Blogger Perez Hilton mittlerweile fast berühmter, als die Leute über die er schreibt. Seine Fans lieben seine Art über Stars zu berichten.

Denn Perez ist einer, der nimmt kein Blatt vor den Mund. Sein Witz ist intelligent und seine Ironie beissend. So, dass man sich manchmal denkt: «Also, dass der sich getraut so was zu sagen!» Darum besuchen Monat für Monat 100 Millionen Menschen besuchen seine Klatsch-Seite im Internet.

Und Millionen von Menschen müssen gelesen haben, dass Perez das Inzest-Monster von Österreich in einem Anflug perverser Sensations-Lust zum «Vater des Jahres» machte. Darunter das Bild von Josef Fritzl.

Natürlich kann man seinen Ausruf ironisch verstehen. Das muss man sogar! Aber geht das bei so einem aufwühlenden Thema gut? Oder schoss Perez mit seinem Witz diesmal kilometerweit am Ziel vorbei?

Auch das deutsche Satire-Magazin «Titanic» macht sich über den Inzest-Fall lustig. Das Heft nahm ein Bild der Kelly Family. Darunter schreiben sie: «Das schreckliche Gesicht des Inzests: Die Keller-Family – demnächst auf grosser Österreich-Tournee.» (lck)

An solchen Beispielen spalten sich die Geister. Wie weit darf man gehen, ohne jemanden zu verletzen? Darf man über alles lachen? Schreiben Sie uns!

Für die «Titanic» scheint klar: Man kann den Inzest-Fall auch mit Humor sehen.- Titanic

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