BLICK sprach mit Schock-Rocker Alice Cooper «Paris Hilton ist der wahre Horror»

  • Aktualisiert am 20.01.2012
  • von lukas rüttimann

SÃO PAULO – Ozzy, Manson, Lordi, sogar DJ Bobo: Schock-Rock ist lebendiger denn je. BLICK sprach mit Altmeister Alice Cooper (59) in Brasilien über den wahren Horror unserer Zeit – Golf, Rock’n’Roll und Paris Hilton.

BLICK: Wie soll man Sie eigentlich ansprechen? Alice? Oder doch lieber mit bürgerlichem Namen?
ALICE COOPER: «Alice Cooper ist offiziell. Aber wenn Ihnen Vincent lieber ist ...»

Bleiben wir bei Alice. Biografie, CD, Welttournee – kaum zu glauben, dass Sie nächstens 60 werden.
«Das denke ich selbst auch. Aber ich fühle mich besser denn je – und die Leute wollen mich sehen.»

Sogar mehr denn je.
«Ja, es ist erstaunlich, nicht? All die Kids mit ihren Shirts der 70er-Jahre-Bands. Wir hatten gestern den Auftakt zur Welttournee hier in Brasilien, es war unglaublich!»

Woran liegt das?
«Classic Rock ist halt wie Gourmet-Food – da kann der Fast Food von heute nicht mithalten. Es sind auch noch alle da: Bowie, Iggy Pop, Steven Tyler, Ozzy ...»

Sie gelten als Altmeister des Schock-Rocks. Was halten Sie von den Neuen?
«Rock schreit einfach nach visueller Inszenierung. Das haben Manson, Lordi und Co. kapiert. Was mir bei ihnen fehlt, ist der Humor.»

Manson ist doch lustig.
«Vielleicht unfreiwillig (lacht). Inhaltlich haben wir wenig gemeinsam. Bei mir ist alles mehr Theater, wie Vaudeville. Es ist Satire – ich biete dem Publikum Licht am Ende des Tunnels. Das sehe ich bei Manson nicht.»

Apropos Humor: Sie hatten ein Show-Element mit Paris Hilton ...
«Ja, meine Tochter hat sie gespielt. Sie kommt auf die Bühne mit ihrem Chihuahua, und der beisst ihr die Kehle durch. Die Paparazzi stehen bereit – doch statt ihr zu helfen, schiessen sie Fotos.»

Das müssen Sie vielleicht überdenken.
«Im Gegenteil: Lindsay Lohan und Britney Spears sind auch bald im Knast, ich muss die Nummer ausbauen» (lacht).

Sie waren auch mal wild. Was halten Sie von Paris Hilton und Co.?
«Es ist der wahre Horror. Ich frage mich, warum Tarantino nicht endlich sein Knastfrauen-Movie macht – jetzt, wo die drei Diven bald alle sitzen» (lacht).

Ist nicht Golf der wahre Schrecken unserer Zeit?
«Oh, da erkennt man den Golf-Laien (lacht). In meinem Buch ‹Golf Monster› beschreibe ich, warum ich lieber süchtig nach Golf als nach Alkohol bin.»

Ist der Rock’n’Roll-Lebensstil Ihr grösster Horror?
«Normalerweise killt der Rock’n’Roll den Rock-Sänger, so ist der Lauf der Dinge. Irgendwie haben es ein paar Überlebende geschafft. Ich bin dankbar.»

Wann hören Sie auf?
«Ich sage immer: Mick Jagger ist fünf Jahre älter als ich – wenn er aufhört, habe ich noch fünf Jahre.»

Paris als Hühner-Aktivistin & mehr

Obwohl Paris Hilton hinter Schloss und Riegel ist, sorgt sie weiter für jede Menge Schlagzeilen. Hier die neuesten Geschichten aus der weltweiten Presse: Paris hat im Knast Besuch von ihren Eltern bekommen. Mutter Kathy Hilton gab nach der Stippvisite zu Protokoll, dass ihre Tochter unter Schlaflosigkeit und einer Erkältung leide. Jedoch melde sich ihr Appetit inzwischen zurück. Schauspielerin Jamie Lee Curtis («Ein Fisch namens Wanda») wirft Kathy Hilton vor, als Mutter versagt zu haben. Papa Hilton plant bereits eine grosse Party direkt nach Paris’ Entlassung. Momentan können sich Clubs um diesen Event bewerben. Man munkelt, er verlange 50000 Dollar (über 62000 Franken) Gage sowie freie Flüge und Unterkunft. Paris soll unter dem Aufmerksamkeits- Defizit- Syndrom (ADS) leiden. Im Gefängnis Lynwood hatte sie keine Medikamente dagegen bekommen. Deshalb rutschte die Hotelerbin in eine so starke psychische Krise, dass der Sheriff eine Verlegung in die «Twin Towers» anordnete. Paris wurde von ihrer Talent-Agentur «Endeavor» fallengelassen. Dafür liegt ihr ein Angebot der Tierschutzorganisation «Peta» als Vorkämpferin für Hühnerrechte vor. Paris plant angeblich die Regierung von Gouverneur Arnold Schwarzenegger zu verklagen. Sie fühlt sich im Gegensatz zu anderen Häftlingen, die wegen ähnlichen Delikten verurteilt wurden, unfair behandelt.

Mit BLICK zu Alice Cooper!

Zusammen mit seinen Jüngern von Lordi tritt der Schockrock-Meister am 23. Juni am Rocksound-Festival in Huttwil auf.BLICK verlost 3 x 2 Tickets: Mail mit Betreff Alice an wettbewerb@blick.ch schicken. Viel Glück!

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