Krokus verrückt Video-Dreh bei minus 22 Grad!

  • Publiziert: 27.01.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Gabriel Brönnimann aus Berlin

Sibirische Winde pfeifen durch die Nacht, es ist minus 22 Grad kalt. In einem ungeheizten Club zünden Krokus ihr neues Rock-Feuerwerk!

Berlin, Dienstag, 20.30 Uhr. Geisterstimmung in einer alten Fabrikhalle. Ein riesiger Totenkopf hängt an einer Wand, Fackeln lodern, knochentrockener Hardrock hallt durch die Gänge. Was geht hier vor?

Es ist das grosse Comeback der Schweizer Band Krokus, die hier ihr neues Video zur Single «Hoodoo Woman» dreht! In einem Saal baut ein 20-köpfiges Filmteam Requisiten auf, die fünf Musiker sitzen in einem Nebenraum. Zitternd. Nicht vor Angst. Und auch nicht vor Nervosität.

Magen-Darm-Probleme

Nein, es ist kalt. «Arschkalt», sagen Krokus unisono. Draussen mittlerweile minus 16, drinnen – trotz Fackeln und Scheinwerfern – um die null Grad. Gitarrero Fernando von Arb (57) reibt sich die Hände: «Ich will einfach nicht noch mal krank werden. Ich hatte Anfang Jahr schon eine Lungenentzündung, eine reicht!»

Bassist Chris von Rohr (58) sitzt bleich und bibbernd auf einem Sofa. Ihn plagt nicht nur der Berliner Winter. «Ich habe Magen-Darm-Probleme», klönt Chris, «von irgendeinem Berliner Gammelfleisch.» Sänger Marc Storace (58) streichelt lachend seinen Bauch: «Ich habe Fisch gegessen. Schnell verdaut – jetzt sehe ich im Video schlank aus!»

«Hoodoo Woman»

Eins wird in dieser Nacht deutlich: Krokus sind zurück. Als Band, als Team. Die Stimmung unter den fünf Männern ist trotz Minustemperaturen warm und herzlich. Chris beisst tapfer auf die Zähne, scherzt mit Stylistin Kordula Ullmann (52), sie solle ja «genug Dräck» an der Band lassen. Gitarrist Marc Kohler (46): «Die Freude ist gross. Jetzt können wir kaum erwarten, dass das Album rauskommt und wir die Bühnen stürmen.»

Nach der Verschönerung der Truppe gehts los. Nebel füllt die Halle. «Action!», ruft Regisseur Oliver Sommer (46). Krokus rocken vor den Kameras zu den heissen Klängen von «Hoodoo Woman». Immer und immer wieder. «Das ist ja wie beim Militär», scherzt Drummer Freddy Steady (55), «es ist saukalt, vorne schreit einer, und alle hampeln im Takt herum!»

Nach Mitternacht – draussen zeigt das Thermometer minus 22 Grad, die kälteste Berliner Nacht dieses Winters – ist das Video im Kasten. Alle sind müde, alle grinsen. Von Rohr: «Auch ein Rezept für Glückseligkeit: Einfach mal alle ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen!»

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