Sunrise Avenue «Tätowier nie den Namen deiner Freundin!»

  • Aktualisiert am 20.01.2012
  • Von Fabian Zürcher

ZÜRICH – Mit «Fairytale Gone Bad» begann der märchenhafte Aufstieg der finnischen Band Sunrise Avenue. Drei Jahre später kommt Frontmann Samu Haber für «Popgasm» zum Vorspiel vorbei.

Hallo Samu. Du bist kein typischer Finne, was?
Wieso meinst du?

Du beschreibst das neue Album «Popgasm» als 70 Prozent Pop und 80 Prozent Rock. Normalerweise sind Finnen Spitze in der PISA-Studie…
Das stimmt, und Mathe ist wirklich nicht so mein Ding. Aber es trifft die Sache trotzdem.

Inwiefern?
Rock ist auf der Bühne, Pop ist vielfältig: Es gibt Pop-Filme, Pop-Literatur, Pop-Art usw. Ausserdem mögen viele Leute Pop nicht, halten ihn für unglaubwürdig und solchen Quatsch. Das gefiel mir am Titel «Popgasm».

Was war dein bester «Popgasm» bisher?
Das war im Sommer 2008. Nach zweieinhalb Jahren Tournee und 350 Konzerten spielten wir in Luxemburg die letzte Show. Plötzlich realisierte ich, was wirklich mit unserer Karriere passiert war. Da bekam ich schon feuchte Augen.

Ihr habt auch hart für den Erfolg gearbeitet und bei über hundert Plattenfirmen angeklopft…
…und die waren nicht immer nett! Aber das mit den Labels ist eh so eine Sache. Du brauchst sie natürlich für die Promo, sie können aber auch viel kaputt machen.

Wie denn?
Vor allem der Zeitdruck ist ein grosses Problem. Nach dem ersten erfolgreichen Album und der Tournee wird gleich die nächste Scheibe gefordert. Ausserdem verderben zu viele Köche den Brei. Wir hatten das grosse Glück, dass sich der Bau unseres Studios verzögerte, so hatten wir ein Time-Out von 14 Monaten – nur haben wir sauviel Geld verloren! Dafür haben wir im Mischpult zwei tote Regler eingebaut. Wenn dann irgendwelche Produzenten meinten: «Macht mal die Stimme lauter!» haben wir daran ein bisschen rumgedreht, bis sie fanden, jetzt tönt es fett. Witzig!

Was geht bei euch im Studio ausser Scherzen noch so ab?
Etwa 20 CDs pro Jahr werden produziert: Metal, Punk, Schlager…

Schlager?
Ich war mal in der Schweiz an einer Après-Ski-Party, da funktioniert das richtig gut!

Das macht der Alkohol. Aber ihr scheint eine hohe Schmerzgrenze zu haben. Schliesslich waren Songs von euch auch schon Titellieder für «Big Brother» und die Tour de France.
Vor allem von der Tour de France hatte ich keine Ahnung, ich wusste nicht mal, was das gelbe Trikot ist. Und «Big Brother»? Ich muss es ja zum Glück nicht schauen, das ganze Reality-TV hat sich eh überlebt. Diese 15-Minuten-Berühmtheiten langweilen doch.

Was schaust du denn so am Fernsehen?
Am Sonntag hab ich das Eishockey-Finale geschaut. War super!

Für die Schweiz liefs wie für Finnland nicht so gut. Aber ihr habt einen ziemlichen Drecksack im Team…
Wen denn?

Jarkko Ruutu, der hat sogar mal seinen Gegenspieler gebissen.
Das ist der Cousin unseres Bassisten! Und der ist privat voll nett. Sieht mit seiner Brille aus wie ein Doktor, du würdest es ihm nie geben, dass er im Spiel so drauf ist.



Was haben deine Tattoos zu bedeuten?
Eines – «Choose To Be You» – ist Credo und ein Lied von uns. Ein anderes – «Forever Yours» – liess ich mir anstelle eines Verlobungsrings stechen – für meine mittlerweile Ex-Freundin. Zum Glück ist das ebenfalls ein Songtitel. Aber lass dir nie den Namen deiner Freundin tätowieren!

Tickets gewinnen

Ab Montag, 18. Mai, verlost Blick.ch in Zusammenarbeit mit Orange Tickets für das Sunrise-Avenue-Konzert im Zürcher Kaufleuten vom 4. Juni.

Top 3

1 Konzert bestätigt Madonna wirbelt bald durch Zürich!bullet
2 Super-Bowl-Skandal M.I.A. zeigt Amis den Fingerbullet
3 Tour-Tagebuch der Schweizer Rocker Eluveitie im Land der...bullet

Musik