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«Ich hinterfrage alles, mein Leben, mein Schaffen. Einfach alles» Rapper Stress (Adrian Bretscher)
Er hat gelitten, er hat seinen Rücken verflucht – aber er hat durchgehalten. Ein Jahr nach seinem schlimmen Bandscheibenvorfall ist Stress (bürgerlich: Andres Andrekson) wieder ganz entspannt. Und ein bisschen stolz auf sich: «Die Ärzte hatten mir zu einer Operation geraten. Doch die wollte ich unbedingt vermeiden. Lieber litt ich länger», sagt er.
Dabei klagte er noch vor einem Jahr: «Kaum auszuhalten, diese Schmerzen. Sie strahlen vom rechten Bein in den ganzen Körper aus. Ununterbrochen! Ich kann kaum schlafen, höchstens ein paar Stunden die Nacht.» Heute sind die Schmerzen praktisch weg: «Ich mache jeden Morgen eine Stunde Übungen, kann inzwischen sogar Joggen gehen. Wenn auch nur vorsichtig.»
Stress ist wieder auf den Beinen, auch musikalisch gehts vorwärts: Seine aktuelle Single «Au poste» steht seit wenigen Tagen in den Läden. In zwei Wochen wird er seine neue CD, die am 7. Oktober erscheint, fertig aufgenommen haben. «Den Titel weiss ich noch nicht. Aber ich kann versprechen: Sie wird grandios!», sagt er. Selbstbewusste Worte eines Mannes, der während der Produktion eines neuen Albums regelmässig in eine Depression verfällt. «Ich hinterfrage alles: mein Leben, mein Schaffen. Einfach alles. Und das ist sehr anstrengend, aber wichtig in der kreativen Phase.» Stress muss den Druck loswerden. Das macht er am liebsten an den Wochenenden: «Wir leiden doch alle während der Woche unter enormen Belastungen. Zur Entspannung trinke ich am liebsten etwas mit Freunden, meist Wodka mit Cola. Dabei kann ich abschalten», so Stress.
«Solange man dabei niemandem schadet, ist das doch okay.» Provozierend fügt er an: «Es ist mir eh egal, was andere Leute denken. Auch wenn man dabei mal auf dem Polizeiposten landet.» Stress spricht aus Erfahrung: Vergangenes Jahr wurde er betrunken aus dem Verkehr gezogen. «Auf meiner Single rappt ja ‹Polizist Glättli›. Er steht als Sinnbild für den Polizisten von damals. Der hat sich total arrogant verhalten.»
Aber das ist Vergangenheit. Der Romand schaut nach vorne: Stress geht es besser denn je und er ist auf dem besten Weg, an seine Erfolge anzuknüpfen. Das entspannt!