Eurovision SF will weiter verlieren

  • Publiziert: 14.05.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Fabian Zürcher

ZÜRICH – Mit einem durchschnittlichen Auftritt einer Schweizer Rockband ist am ESC kein Blumentopf zu gewinnen. Das Schweizer Fernsehen kümmerts wenig.

Viel auszusetzen gibts am Auftritt der Lovebugs eigentlich nicht. Die Basler Band tat, was sie immer tut. Sie spielte ein Konzert. Routiniert, charmant, ohne Ecken und Kanten. Vielleicht traf Adrian Sieber nicht alle Töne, vielleicht hätten die Musiker etwas mehr aus sich herausgehen können. Aber mehr liegt für die Lovebugs einfach nicht drin, wollen sie sich selbst nicht untreu werden. Was man nicht verlangen kann.

Aber Jahr für Jahr am Eurovision Song Contest auf die Mütze zu kriegen, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Was tun? Dem Träller-Wettbewerb den Rücken kehren? Für Sven Sarbach, Redaktionsleiter Events beim Schweizer Fernsehen, ist das keine Option: «Wir werden die Situation analysieren und zusammen mit TSR und RSI besprechen, wie es weitergeht. Grundsätzlich ist das Ausscheiden der Schweizer Teilnehmer im Halbfinale aber kein Grund, aus dem Wettbewerb auszusteigen, die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass wir auch im nächsten Jahr wieder teilnehmen.»

Vielleicht sollte dann aber das Publikum so wie früher ein Wörtchen mitreden dürfen, wer am Song Contest die Schweizer Fahne hochhält? Am Leutschenbach sieht man das nicht so: «Eine Fachjury, zusammengesetzt aus Experten der Musikbranche sowie Vertreter von RSI, TSR und SF entscheiden jeweils, wer die Schweiz am Eurovision Songcontest vertritt. Eine Publikumswahl ist nach heutigem Stand nicht geplant.»

Aha. Könnten denn bei der Auswahl der Kandidaten andere Aspekte wie beispielsweise das Showtalent eine grössere Rolle spielen? «Nein. Der Auftritt der Lovebugs war sehr authentisch, das bezeugen zahlreiche Zuschauer-Reaktionen.»

Man nimmts gemütlich beim Staatsfernsehen. Auch die irritierenden Reaktionen der Lovebugs nach dem Ausscheiden à la «wir haben eh nicht mit dem Weiterkommen gerechnet» nimmt man gelassen zur Kenntnis. «Es ist allen Beteiligten klar, dass die Qualifikations-Chancen für die Schweiz traditionsgemäss klein sind. Die Lovebugs haben die Schweiz sehr professionell und engagiert vertreten. Wir haben insbesondere von anderen Delegationen zahlreiche Komplimente für den Auftritt bekommen.»

Das ist schön. Nur brauchts beim ESC auch die Unterstützung des Publikums.

Konsequent oder ignorant? Wie denken Sie über die Haltung von SF?

play Sven Sarbach, Redaktionsleiter Events beim Schweizer Fernsehen. (SF/Merly Knörle)

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