15-jährige Schwedin beschuldigt Paolo Meneguzzi Schweizer Eurosong geklaut!

  • Publiziert: 21.01.2008, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Peter Padrutt

ZÜRICH – Er sieht gut aus. Singen kann er auch. Endlich konnten wir uns mit Paolo Meneguzzi (31) Hoffnung für den Eurosong machen. Und jetzt das!

Drohen uns dieses Jahr in Belgrad nicht nur «zero points»? Kommts gar zur Disqualifikation? Ausgerechnet ein junges Mädchen aus Schweden will Mädchenschwarm Paolo Meneguzzi zu Fall bringen – unsere Geheimwaffe!

Erst 15 ist sie, heisst Amy Diamonds. Ein kecker kleiner Edelstein, der im Land der Elche eine Castingshow à la «MusicStar» gewinnen will.

Schwedens auflagen- stärkste Sonntagszeitung sprach jetzt vom «ersten Songskandal» am Eurovision Song Contest. Der Tessiner Sänger und Songwriter Paolo Meneguzzi habe sein Lied von der jungen Schwedin geklaut!

«‹Era Stupendo› ist eine Kopie von Amy Diamonds Single ‹It Can Only Get Better› aus dem Jahre 2006», wettert «Aftonbladet». Die Ähnlichkeit sei «erdrückend».

Noch am Swiss Award wurde Meneguzzi für seine süffige Ballade gefeiert. In Südamerika ist er schon
erfolgreich. Er könnte es packen und die Schweiz in den Euro-Olymp singen. Nach all den No Names und Nullnummern.

Jetzt siehts düster aus. Amy Diamonds wirft Meneguzzi vor: der sanfte Start, vor allem Teile des Refrains – abgekupfert! Ihr Songwriter Tommy Tysper wird deutlicher: «Wir setzen uns zusammen, hören den Song nochmals und überlegen dann, welche Massnahmen wir treffen sollen.»

Kommts zu Klagen? Droht das Eurosong-Aus? Paolo Meneguzzi machte gestern auf locker: «Ich kannte die Sängerin nicht, bis ich ihr Lied auf YouTube hörte», sagte er zu BLICK. «Aber ich kann nicht verneinen, dass es Ähnlichkeiten zwischen den Liedern gibt.» Er versichert: «Ich habe ihr den Song nicht gestohlen!»

Dann schlägt er zurück: «Ich könnte Amy vorwerfen, dass Teile ihres Songs Avril Lavignes ‹When You’re Gone› sehr ähnlich sind!»

Wie reagiert SF? Toni Wachter, Eurosong-Chef beim Schweizer Fernsehen, verweist ans Tessiner Fernsehen. Dort drückt sich Sprecher Luigi Mattia Bernasconi vorsichtig aus: «An gewissen Stellen kann man vage Ähnlichkeiten feststellen – aber in der Substanz sind die beiden Songs verschieden.»

Fest steht: Plötzlich ist es wieder ein weiter Weg, bis Meneguzzi in Belgrad Guzzi geben darf.
Mitarbeit Hors H. Schoop

Hören Sie einen Unterschied? Ist der Song geklaut oder einfach sehr ähnlich? Schreiben Sie uns!

play Misstöne um Paolo Meneguzzis Song: Die Schwedin Amy Diamond sieht eine starke Ähnlichkeit zu ihrer Single aus dem Jahre 2006. (Philippe Rossier)