Schlagerstar Andrea Berg über ihr Leben mit 50: «Sex ist nicht mehr so wichtig»

MÜNCHENBUCHSEE - Im Interview erzählt Andrea Berg (50) über ihr Leben, die Liebe und wie sie über das Alter denkt.

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Mit 15 Millionen verkaufter Alben ist Andrea Berg der erfolgreichste Schlagerstar der letzten zehn Jahre. Im SonntagsBlick erklärt die Sängerin, die kürzlich 50 geworden ist, wie sie Liebe und Leid erlebt.

50. Geburtstag: «Eine super Sache! Ich möchte nicht nochmals 20 sein. All die Liebeskrisen, die Scheidung, die Unsicherheiten! Ich bin froh, dass das alles hinter mir liegt. Das Leben wird immer besser! Auch weil man weiss, dass die früheren Dramen später oftmals nur noch ein Schmunzeln auslösen.»

Alter: «Wichtig ist, dass man im Kopf jung bleibt. Ich ziehe auch mit 50 gerne meine Mickey-Mouse-Lederjacke an, die ich schon als Teenager getragen habe. Meine 18-jährige Tochter Lena findet zwar, ich sei zu alt dafür. Aber das wohl auch nur, weil sie sie selbst gerne hätte.»

Glück: «Das Glück hängt immer am seidenen Faden. Aber geht man ehrfürchtig damit um, kann man es ein bisschen länger konservieren. Glück entsteht vor allem in einem selber. Sage ich, dass ich kein Glück im Leben habe, wird es mich auch nie finden. Man muss fürs Glück empfänglich sein. Die glücklichen Momente zwischen den einzelnen kleinen und grossen Katastrophen in unserem Leben sind rar. Man muss sie beim Schopf packen, sonst rasen sie vorbei.»

Sexy sein: «Das ist eine Haltung, eine Gesinnung, egal, wie alt man ist. Wenn ich Lust habe, werde ich auch mit 70 noch Miniröcke tragen. Das lasse ich mir von niemandem verbieten.»

Liebe: «Die einzige und wahre Energiequelle. Das Leben dreht sich nicht um Macht und Geld, sondern um die Liebe. Sie nimmt manchmal komische Umwege, lässt sich aber nie täuschen oder manipulieren. Wenn es bumm macht, kann das keine Macht der Welt verhindern.»

Frauen: «Ich bin dankbar, dass ich in einer Kultur lebe, in der Frauen Männern auf Augenhöhe begegnen können. Ich darf mich kleiden, wie ich will, ich darf mitreden und mitbestimmen. Das ist ein Segen, den leider Gottes nicht alle Frauen auf dieser Welt haben.»

Männer: «Ich beobachte gerne jüngere Männer, die noch dieses Pfaurad auf dem Rücken haben, die sich für unwiderstehlich halten, in Wahrheit aber nicht mal eine Zündkerze wechseln können. Niedlich!»

Traummann: «Ich mag männliche Männer, die Feuer machen können, die nicht mehr Zeit im Bad benötigen als ich. Ich hatte mal einen Freund, der hat sich jedes Mal, nachdem er jemanden berührte, die Hände desinfiziert. Das hat nicht lange gehalten. Ein Mann muss ein Kerl sein, der sich nicht scheut, sich für mich auch mal zu prügeln, wenn es sein muss.»

Kinder: «Das Schönste, was es gibt. Sie zu beobachten, wie sie grösser werden, bis man sie schliesslich loslassen muss, das ist wahnsinnig erfüllend. Meine Tochter steckt zurzeit in einer Phase, in der ich mich selbst sehr gut wiedererkenne. Dieser wunderbare Kreislauf, den des Leben hat, erkennt man erst später und lässt einen gelassener werden.»

Sex: «Ist mir nicht mehr so furchtbar wichtig. Mit den Jahren verschieben sich die Prioritäten eben doch ein bisschen.» (Lacht)

Grösstes Talent: «Meine Empathie. Mich in Menschen hineinzufühlen, sie zu spiegeln und zu entdecken, ist mein Motor und mein Abenteuer.»

Schmerzen: «Können auch positiv sein. Ich musste viele Schmerzen erleiden in meinem Leben, habe die aber auch immer sehr bewusst wahrgenommen und bin sogar dankbar dafür. Sonst könnte ich heute auch die Euphorie, die schöne Dinge in mir auslösen, nicht als solche wahrnehmen. Wer keine Schmerzen kennt, kann auch das Glück nicht empfinden. Anders gesagt: Wer im goldenen Käfig lebt, sieht keine Sterne mehr.»

Leben: «Ich habe eine unbändige Lust darauf. Ich fühle mich endlich angekommen. Ich bin körperlich fit, spüre eine schöne Ruhe in mir. Ich habe ein Dach über dem Kopf. In meiner näheren Umgebung ist niemand ernsthaft krank. Ich stehe um 7 Uhr früh auf und bedanke mich für den Sonnenaufgang. Es ist momentan wirklich alles rund in meinem Leben. Und das will ich voll geniessen. Die anderen, schwierigeren Zeiten kommen früh genug wieder.»

Tod: «Ich habe im Hospiz viele Menschen sterben sehen, die ich aber noch heute um mich herum spüre, die für mich also weiterhin lebendig sind. Nach dem Tod ist nicht Schluss. Ich weiss, dass es danach weitergeht.»

Reue: «Das Wort kenne ich nicht. Ich habe schon viele Frösche geküsst. Na und? Andere warten ein ganzes Leben auf etwas, was nie kommt. Und dann bedauern sie, dass sie nichts erlebt haben. Ich lasse mich immer auf den Augenblick ein. Denn keiner kommt je wieder zurück.»

DJ Bobo: «Er ist mein Seelenverwandter, mein Knopf im Ohr. Bobo gehört mit seiner Frau Nancy mittlerweile zur Familie. Wir lernten uns vor ein paar Jahren an der Echo-Verleihung kennen. Jetzt konzipiert er bereits meine dritte Tournee, hat auf meiner neuen CD «Seelenleben» auch drei wunderschöne Lieder mitgeschrieben. Bobo hat einen wunderbaren Charakter, an ihm ist nichts falsch.»

Schweiz: «Ich liebe Fondue, das esse ich immer, wenn ich bei Bobo zu Hause bin. Ich mag auch das Familiäre, Bodenständige, Kernige, Rustikale, das viele Schweizer auszeichnet. Das entspricht auch meiner Menta­lität.» l  

Die neue CD: «Seelenbeben» ist ab 8. April im Handel erhältlich.

Konzert: 29. Mai, Hallenstadion Zürich.

TV: SRF-Show «Hello Again! Die Pop-Schlager Show», 30. April.

Publiziert am 27.03.2016 | Aktualisiert am 27.03.2016
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  • Silvio  Valentino aus Winterthur
    27.03.2016
    Sie sagt nicht: "Sex ist nicht mehr so wichtig", sondern: "Sex ist MIR nicht mehr so wichtig". Das ist ein grosser Unterschied.