Eurovision Song Contest Schiebung?

  • Publiziert: 17.11.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Martina Abächerli

Im Schweizer Final sind nur Namenlose dabei, die Favoriten wurden abgelehnt.

Sie haben sich so auf Eurovision gefreut. Jetzt sitzt der Schock umso tiefer. Weder die Volksmusikstars Oesch’s die Dritten noch der Walliser Unterhalter Michel Villa (54) oder Blödel-Barde Peach Weber (58) schaffen den Einzug ins Finale um die Teilnahme am Eurovision Song Contest 2011.

Als das SF gestern elf der zwölf Finalisten kommunizierte, fiel nur eines auf – es sind alles völlig unbekannte Künstler wie Bernarda Brunovic und Polly Duster. Auch von der Amerikanerin Sarah Burgess oder der Italienerin Vittoria Hyde hat man noch nie etwas gehört! Einzige Ausnahme: Kisha (32), die mit der Gruppe «CH» an der grossen Final-Show am 11. Dezember teilnehmen darf.

Nicht so die Favoriten, es flossen sogar Tränen! «Ich bin sehr enttäuscht und traurig», sagt Fannie Lüscher (27) schluchzend zu BLICK. In der Szene herrscht Ratlosigkeit. Wieso hat es keiner der etablierten Künstler in die Endrunde des populären Gesangswettbewerbs geschafft? Und dies, obwohl das Schweizer Fernsehen extra ein öffentliches Voting aufschaltete, wovon sich die Stars mit ihren Fanklubs einen Vorteil versprachen.

«Das Problem ist die Jury», klagt Melanie Oesch (22). «Mit einem Einfluss von 50 Prozent kann sie die Sache immer so richten, wie sie es haben will. Und weil wir keine Mainstream-Musik machen, sind wir raus.» Einen Schritt weiter geht Christian Duss (42) vom Erfolgsduo ChueLee: «Eurovision wird zur Witzveranstaltung. Das Auswahlverfahren kommt mir abgekartet vor.» Michel Villa doppelt nach: «Schon komisch, dass nur unbekannte Künstler weiterkommen. Da ging was nicht mit rechten Dingen zu.» Die Jury habe absichtlich keine bekannten Namen ins Rennen geschickt.

Beim SF lässt man den Mogel-Vorwurf nicht gelten: «Das jetzige Ergebnis ist juristisch geprüft und gilt», sagt Sprecher Marco Meroni. Der letzte Künstler, der teilnehmen darf, wird demnächst vom Westschweizer Fernsehen bekannt gegeben. Sicher auch ein totaler Nobody.

play Abgelehnt «Wir machen halt keine Musik für Studierte und Gelehrte.» Melanie Oesch, Oesch’s die Dritten (hgm-press)