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Das ist noch Musik! «Jumping Jack Flash», dröhnte es gestern Samstag um 20.38 Uhr aus den Monsterlautsprechern. Wo früher die Turbinen der Kampfjets heulten, gab es Sound vom feinsten. Die Rolling Stones sind da! «It’s Only Rock’n Roll...» brachte Mick Jagger als nächstes. Und 65’000 Besucher sangen mit: «but i like it». Die britischen Senioren —Keith Richards (62), Charlie Watts (65), Ron Wood (59 —sind definitiv noch nicht reif für die Rente.
«Es ist toll, als erste Band auf diesem Militärplatz zu spielen», ruft Jagger auf Deutsch der Menschenmasse zu. Dass ihm die deutsche Sprache flott von der Zunge geht, beweist der Front-Mann im weissen Frack auch beim Flirt mit Background-Sängerin Lisa Fisher: «Was trägst du für ein wunderschönes Kleid, Lisa», flötet er vergnügt.
Die Stones boten ein Konzert, wie es die Schweiz noch nie erlebt hat. Die Bühne: 62 m breit, 25 m tief und 26 m hoch. 78 Sattelschlepper hatten 1560 Tonnen Material für Bühne, Licht und Ton herangekarrt. Und doch kam der Sound auf dem Monster-Gelände nicht ganz kristallklar rüber.
Vier Ärzte und 40 Sanitäter waren im Einsatz. Sie mussten 141 Besucher verarzten und vier ins Spital einweisen. Die Flugstaffel «Patrouille Suisse» zeigte mit sechs Tiger-Kampfjets vor der Show waghalsige Kunststücke am Abendhimmel. Militär meets Rock’n Roll — das schaffen nur die Stones.
4,5 Quadratkilometer gross ist das Festivalgelände. Jaggers «Schön, euch so nahe zu sein» war dennoch keine Lüge — dank eines ausfahrbaren Stegs spielt die Band mitten im Publikum. Dank einem gnädigen Petrus sogar im trockenen! Kurz vor dem Konzert hatte es aufgehört zu regnen.
So grandios die Show auf der Bühne, so lange die Warteschlange vor dem 400 extra aufgestellten Toiletten. Wer aufs WC wollte brauchte eine geduldige Blase: 30 Minuten Wartezeit! Das gleiche Bild vor den Verpflegungsständen: 45 Minuten Wartezeit!
Aufschnaufen kann dafür die Polizei: Die Anreise der 65’000 Fans zum Flugplatz Dübendorf verlief problemlos. Der Löwenanteil der Rock’n Roller kam per Zug. Die SBB hatte 60 Extrazüge im Einsatz.
Ein grosser Stein rollte Auch Konzertveranstalter André Béchir (57) vom Herzen: «Die Stones waren begeistert vom Gelände und von der Flugshow. Für mich selbst war es die schönste und angenehmste Zusammenarbeit mit den Behörden die ich je hatte. Wir hatten keinen Stress.»
Ihre grösste Hymne «Satisfaction» (Befriedigung) spielen die Stones zum grossen Finale mit Feuerwerk. Das Publikum jedoch ist nicht befriedigt und reagiert enttäuscht, dass die Giga-Show nach 1.Stunde und 45 Minuten bereits Geschichte war.