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Greift die Polizei am Samstag wieder so hart durch? (Reuters)
Der Eurovision Song Contest gilt als der Schwulen-Anlass schlechthin. Und die Teilnehmer wissen: Ohne die Unterstützung ihrer «warmen» Fans wird es schwer, den Sing-Wettbewerb zu gewinnen oder überhaupt ins Finale zu kommen – siehe Lovebugs (Blick.ch berichtete). Doch ob sich Homosexuelle am Samstag überhaupt in Moskau blicken lassen, ist fraglich. Denn sie haben Angst.
Russische Schwulenorganisationen wollen dann, am Tag des ESC-Finals, eine grosse Schwulenparade in Moskau durchführen. Eigentlich sollte ihnen das erlaubt sein: Seit 1993 gilt Homosexualität in Russland nicht mehr als Verbrechen.
Moskaus Bürgermeister Yuri Luzhkov sieht das anders: Er bezeichnete Schwulenparaden schon als «Satanische Handlungen». Die Parade während des ESC-Finals hat er verboten: «Moskau hatte noch nie Schwulenparaden, und es wird nie welche haben. Sie zerstören die Moral unserer Gesellschaft.»
Der prominente russische Schwulenrechtler Nikolai Alexejew schreibt auf seiner Webseite «gayrussia.ru», dass man die Parade trotzdem durchführen werde: «Das ist unser Recht nach der Verfassung». Dazu Moskaus Bürgermeister: «Eine Parade wird von den Behörden mit Härte verhindert.» Die Drohung ist ernst zu nehmen: In der Vergangenheit setzte Moskaus Polizei – oftmals Seite an Seite mit Neonazis – massive Gewalt gegen demonstrierende Homosexuelle ein.
Bleibt zu hoffen, dass die friedliche Party in Pink nicht mit Blut beschmutzt wird. (byg/ghd)