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Hochspannung im ausverkauften Luzerner Stadtkeller. Das erste Polo-Hofer-Konzert seit Monaten. Würde Polo National nach seinem Stimmbandkrebs überhaupt noch singen können?
Polos Begrüssung – ein Schock! Mit heiserer Stimme brummt er ins Mikrofon: «Wie ihr hört, hatte ich einen zweiten Stimmbruch. Der Doktor sagte mir: ‚Herr Hofer, wenn Sie noch eine Zukunft haben wollen, dürfen Sie nicht den ganzen Abend singen.‘»
Und so verschwindet Polo nach nur zwei Songs wieder von der Bühne! Ein enttäuschtes Raunen geht durchs Publikum. Die Cover-Band Roots 66 macht ihre Sache gut – aber die Leute wollen Polo.
Und der kommt wieder – mit einem Grinsen im Gesicht und einem Cüpli in der Hand! «Ich gebe Vollgas, das ist Rock‘n‘Roll!» Ja, der alte Haudegen des Mundartrock hat es noch drauf. Im Nu verwandelt er den Stadtkeller in eine kochende Bluesrock-Höhle.
Alle Kehlen singen mit, wenn Polo mit bedenklich heiserer Stimme Kracher wie «Schlangelädergurt» und «Rote Wy» anstimmt. Das geht an seiner Kehle nicht spurlos vorüber. Er witzelt: «Der Sänger ist am eintrocknen, könnte man vielleicht noch ein Cüpli übereschicke?» Sein Wunsch geht in Erfüllung. Und nicht nur der. Denn es ist eindeutig: Polo Hofer gehört auf die Bühne. Er tänzelt. Küsst seinen Gitarristen. Trinkt. Scherzt – heiser, aber heiter wie selten zuvor. Ein grossartiger Entertainer.
Polo Hofer singt sich die Seele aus dem Leib. Und seine Stimme gleich mit. Hoffentlich kann er das – obwohl er «Vollgas» gibt, noch ein Weilchen tun. Polo nach dem x-ten Cüpli: «Immer noch besser, man ist vom Stadtkeller-Nachtleben, als von Rolf Knie gezeichnet!»