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«Tarzan Boy», «A Good Heart» – DJ Bobo, Sie sind offenbar in den 80ern angekommen...
DJ Bobo: Ja, die 80er sind für mich das grösste Pop-Jahrzehnt überhaupt. Es ist unglaublich, wie viele gute Popsongs in dieser Zeit entstanden sind! Baltimoras «Tarzan Boy» zu covern, war ein lang gehegter Traum von mir. Die Produzenten wollten mir die Erlaubnis dafür übrigens zuerst gar nicht geben – denn ihr Hit läuft immer noch gut und spielt Geld ein.
Richtig mutig ist ja Ihre Version von Fergal Sharkeys «A Good Heart»...
Ja, das ist mein absoluter Lieblingssong. Mutig finden Sie ihn? Vielleicht. Aber genau dafür steht für mich der Albumtitel «Fantasy»: Ich darf probieren, ich muss nichts beweisen.
Woher kommt dieses neue Selbstbewusstsein?
Vielleicht liegts daran, dass der aktuelle Hitparaden-Sound mir entgegenkommt. Neue Stars wie Lady Gaga oder der Erfolg von David Guetta helfen mir. Sie bedienen sich beim Europop-Sound, den ich ja mitgeprägt habe. Und das hat Folgen: Plötzlich ist es vielen Leuten, die sich früher dafür geschämt haben, meinen Sound zu mögen, nicht mehr peinlich, mich gut zu finden. (lacht)
Waren Sie denn je peinlich?
Mein Problem ist, dass zumindest in der Schweiz die Person DJ Bobo viel wichtiger ist als die Musik. Darunter habe ich zu leiden – etwa nach meinem Ausscheiden beim Eurovision-Contest. Damit habe ich mir ein echtes Ei gelegt ... (schmunzelt)
Ach, kommen Sie! So schlimm?
Oh ja. Die Verkäufe der «Vampires»-CD waren sehr schlecht: 20 000 Stück in der Schweiz sind wenig. Auch die «Pirates»-CD war zwar kein Millionseller, verkaufte aber immerhin fast das Doppelte.
Liegt das nur am Eurosong? Sie polarisieren ja nicht nur als Person, sondern auch mit Ihrer Musik.
Vielleicht. Ich musste mich die letzten paar Jahre auch etwas durchmogeln, das gebe ich offen zu – eben weil mein Sound so extrem out war. Darum habe ich dann diese Themen-Platten gemacht; wir mussten uns schlicht etwas einfallen lassen.
Mit «Fantasy» machen Sie wie-der, was Sie am besten können: Bubblegum-Pop mit eingängigen Melodien und fetter Produktion.
Ja, ich bin sehr zufrieden mit dem Album. Ich weiss, dass das jeder Künstler sagt. Aber ich bin stolz auf die Kollaboration mit Angélique Kidjo, die sich fast zufällig auf Hawaii ergeben hat. Ich bin stolz auf die Songs, auf meine Sängerin Petra Bonmassar, die sich selbst übertroffen hat, auf mein ganzes Team.
Auch der 2009 tragisch verstorbene Anthony Moriah hat dieses Album noch mitprägen können.
Ja, Anthony ist für mich der beste Sänger der Welt. Das beweist er auf dem Bollywood-Track «Roll Up». Sein Tod war ein riesiger Schock für mich, er war ein sehr guter Freund – und auf der Bühne mein Sicherheitsnetz. Meine Gedanken zu seinem Verlust habe ich im Booklet beschrieben; diese CD ist auch ihm gewidmet.
Ein gewisser Abschied ist auch «This Is My Time» – der letzte Song mit Ihrem langjährigen Songwriter-Partner Axel Breitung.
Aber was für einer! «This Is My Time» ist einer meiner Favoriten, er zeigt mein Selbstbewusstsein. Axel hat sich aus dem Geschäft zurückgezogen, produziert jetzt Werbesounds. Das Geschäft war für ihn einfach nicht mehr lukrativ.
Ist es das für Sie noch?
Die Verkäufe sind auch bei mir nicht optimal. Aber die Touren laufen immer noch sehr gut.
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Mit neuer CD und neuem Selbstbewusstsein: DJ Bobo. (Keystone)