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Blick: Stefanie Heinzmann, wer ist Ihre grösste Inspiration?
Stefanie Heinzmann: Musikalisch Joss Stone. Persönlich ist es mein grosser Bruder Claudio. Zu ihm schaue ich auf. Er ist immer für mich da, hat alles unter Kontrolle: vom Wecken am Morgen bis zum Znacht, bei dem er schaut, dass ich etwas esse. Und auf Tour sind wir nonstop zusammen.
Sind Sie schon immer gut ausgekommen miteinander?
Nein, überhaupt nicht. Als ich auf die Welt kam, war er sieben Jahre alt und hat sich extrem über das Schwesterlein gefreut. Dann kam er in die Pubertät und ich war die kleine, nervige Schwester. Danach kam ich in die Pubertät und nervte weiter. Jetzt, wo wir beide unser eigenes Leben führen, haben wir wieder zusammengefunden.
Sie haben eine sehr enge Beziehung. Finden Sie das nicht seltsam?
Nein, für uns beide ist das einfach normal. Wir wissen ja nicht, wie das für andere ist. Wir streiten uns auch, schreien einander an. Aber nach fünf Minuten kriegt einer ein schlechtes Gewissen und entschuldigt sich.
Hat neben dem Bruder ein anderer Mann Platz in Ihrem Leben?
Irgendwann vielleicht schon. Momentan aber überhaupt nicht. Wir sind nur unterwegs, monatelang. Es wäre kompliziert.
Die letzte Beziehung ist aber auch daran zerbrochen, dass Sie mehr Zeit mit Claudio als mit Ihrem Freund verbrachten.
Mein Freund und ich haben 24 Stunden miteinander verbracht, gingen auf dieselbe Schule. Und dann hab ich diese Castingshow gewonnen und war zwei Monate weg. Die Beziehung war zu jung, um das zu verkraften.
Könnten Sie sich eine Karriere ohne den Bruder vorstellen?
Nein, keine Chance.
Und wenn er mal seinen eigenen Weg gehen würde?
Ich möchte nicht darauf verzichten, dass er mein Management macht. Aber ich werde eines Tages darauf verzichten können, dass er jeden Tag bei mir ist.
Im Song «No One (Can Ever Change My Mind)» singen Sie davon, dass Sie sich nicht von Ihrem Weg abbringen lassen. Hatten Sie nie Mühe damit, den eigenen Stil durchzuziehen?
Nein, ich kann mir nicht vorstellen, mich zu verstellen. Ich habe mir darüber viele Gedanken gemacht. Aber wenn ich jemand sein müsste, der ich nicht bin, wäre mir das viel zu anstrengend.
Im Video zu «No One» haben Sie sich als blonde Tussi verkleidet. Hat das Spass gemacht?
Es war mega lustig. Wir haben alles gemacht: Sommersprossen weg, Silikonbusen, Nägel mit Sekundenkleber angeklebt, Steinchen auf den Zahn, blaue Kontaktlinsen, falsche Wimpern, alles Grusige. Aber mehr als fünf Stunden hätte ich es nicht ausgehalten. Meine Füsse taten weh und ich hab mich mit den hohen Schuhen immer im Teppich verhakt.
Wie viel Tussi steckt in Ihnen?
Ich bin schon eitel. Ich ziehe auch nur Kleider an, die mir gefallen. Und dann meine Piercings, die sind ja auch Schmuck, also auch ein Zeichen von Eitelkeit. Aber ich habe keine Mühe, mich so zu geben, wie ich bin.
Wie lange brauchen Sie am Morgen im Bad?
Wenn ich verschlafe fünf Minuten. Zähneputzen und weg.
War Schminken nie ein Thema?
Früher in der Schule habe ich mir die Augen geschminkt. Sonst nichts.
«Roots to Grow» heisst das neue Album. Wie wichtig sind Ihnen die Walliser Wurzeln?
Ich bin keine Patriotin. Ich würde mir nicht das Walliser Wappen tätowieren lassen. Aber ich bin extrem froh, im Wallis zu leben. Dort sind meine Kollegen, meine Familie, meine Alphütte. Es ist der Ort, an dem ich zur Ruhe kommen kann.
Sie haben in eineinhalb Jahren viel erlebt. Waren Sie nie überfordert?
Ich hatte oft Angst. Schon der Gewinn der Castingshow war ein Schock. Dann hiess es, in drei Wochen ist das Album fertig. Da dachte ich: Hilfe! Aber ich hatte so viel Glück und so gute Leute um mich herum, die mir geholfen haben. Deshalb ging es immer weiter.
«Roots To Grow», das zweite Album von Stefanie Heinzmann, erscheint am 11. September.
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Weicht nicht von Stefanies Seite: Der grosse Bruder Claudio. (tilllate.com)