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Sido (28) ist erwachsen geworden, sagen alle. Der Rapper hat seine Totenkopfmaske abgelegt, trägt Bart und Brille. Er präsentiert sich auf dem neuen Album «Aggro Berlin» sanft und überlegt. Im Gespräch beweist Sido, dass sein Name noch immer für «super intelligentes Drogenopfer» steht, und zündet sich erst mal einen Joint an.
Ist das Gras in der Schweiz grüner als in Deutschland?
Sido: Auf jeden Fall. Diese Qualität kriegen wir in Deutschland irgendwie nicht hin.
Bestimmen Drogenexzesse noch immer Ihr Leben?
Nein, ich gebe mir alle Mühe, vernünftiger zu werden. Doch die Vergangenheit holt mich leider immer wieder ein.
Kürzlich hatten Sie wieder Ärger mit der Justiz.
Ja, innerhalb der letzten zwei Wochen wurde mir ein Bussgeld von insgesamt 23000 Euro aufgedrückt. Im ersten Fall soll ich wegen eines Parkplatzstreits eine Oma mit Steinen beworfen haben. Dabei wollte ich bloss ihren Sohn zur Rede stellen, und das Ganze wurde etwas lauter. Dann haben diese Leute versucht, aus einer Lappalie Geld rauszuschlagen – mit Erfolg, wie man sieht.
Und das zweite Delikt?
Fahren ohne Führerschein, das nehm ich auf meine Kappe.
Im Song «Schlampen von gestern» rechnen Sie mit Ex-Freundinnen ab. Sind Sie derart in Ihrem Stolz gekränkt?
Meine Ex-Freundin arbeitete im Puff. Ich wusste davon natürlich nichts, bis es mir jemand steckte. Das war eine ganz schön harte Nummer.
Wie haben Sie reagiert?
Es fiel mir nicht schwer, gleich Schluss zu machen. Sonst hab ich da mehr Mühe. Ich kann die Weiber nicht weinen sehen. Ich schieb das Schlussmachen dann raus, bis es zur grossen Eskalation kommt.
Ihr Joint ist bald abgebrannt. Was mögen Sie an der Schweiz ausser Gras sonst noch?
Ich steh auf Stefanie Heinzmann. Ihre Stimme ist einzigartig. Ich wollte ihr ausreden, dass sie sich den Chorus meines Songs «Herz» in meiner Handschrift auf den Oberarm tätowieren lässt. Aber es ist mir eine Ehre. Und dann mag ich Gimma – er haut auf den Putz, ist ein richtiger Strassenköter.