Tschüss Plattenfirma Madonna schockt das Musikbusiness

  • Publiziert: 11.10.2007, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Marcel Zulauf

NEW YORK – Sie ist das «Material Girl» schlechthin. Und jetzt setzt Multimillionärin und Popikone Madonna noch einen drauf: Mit einem 120-Millionen-Dollar-Deal – bei einem Konzertveranstalter.

Die neuste Meldung von Madonna (49) steht nicht in den Pop-Kulturspalten. Sie steht im «Wall Street Journal»! Madonna wird ihr Plattenlabel Warner Music verlassen und für 120 Millionen Dollar (142 Mio. Franken) einen Zehn-Jahres-Vertrag beim Konzertveranstalter Live Nation unterschreiben.

Der Grund ist klar: Im Zeitalter illegaler Downloads ist mit dem Verkauf von CDs kein grosses Geschäft mehr zu machen. Dafür boomen Konzerte. Mit entsprechend hohen Ticketpreisen.

Live Nation – eine der ganz grossen Nummern im Showbusiness – sichert sich Madonna mit allen ihren Geschäftsmodellen: Das sind neben Platten und Tourneen auch die Rechte an Madonnas Merchandising und weiteren Produkten.

Bei Warner muss Madonna laut dem «Wall Street Journal» noch ein Album abliefern. Mit ihrem neuen Partner Live Nation hat sie sich auf drei Alben geeinigt.

Der Schritt der Pop-Diva zu einem «Generalunternehmer» im Showbiz ist revolutionär. Bisher verhandelten Künstler mit verschiedenen Partnern für die einzelnen Geschäftsbereiche. Wenn das Beispiel Schule macht, sieht die Zukunft der Musikindustrie düster aus.

Goldenen Zeiten sieht dafür die 49-jährige Sängerin entgegen: Sie besitzt laut dem Magazin «Forbes» ein Vermögen von umgerechnet rund 380 Millionen Franken. Jetzt kommen nochmals über 140 Mio. in Cash und Aktien hinzu. Das ergibt eine nette Rente.

Radiohead «verschenken» ihr neues Album

Auch die britischen Erfolgsrocker Radiohead machen der Musikindustrie keine Freude: Ihr neustes Album «In Rainbows» können Fans über die Band-Homepage herunterladen. Den Preis für das Album bestimmen die Käufer selbst. Wer nichts zahlen will, kann das siebte Studioalbum gratis beziehen. Radiohead können dies tun, weil alle Rechte der Platte bei ihnen liegen.

Rund 1000 der 3000 von «Record of the Day» befragten Fans hätten das seit Mittwoch erhältliche Album umsonst erworben, berichtet heute die Tageszeitung «The Times».
Gemäss der Umfrage beträgt der Durchschnittspreis 4 Pfund (9,70 Franken). 67 Personen hätten über 10 Pfund (24 Franken) und ein Dutzend über 40 Pfund (97 Franken) für «In Rainbows» bezahlt. (sda)

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