Lovebugs: «Die Schweiz ist einfach arrogant»

  • Publiziert: 13.05.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Fabian Zürcher

MOSKAU – Schon wieder das Aus im Halbfinale des ESC, schon wieder Katzenjammer für die Schweizer? Nicht bei Lovebugs-Sänger Adrian Sieber: Er vermisst vor allem den Respekt vor den Teilnehmern.

Auf «The Highest Heights» folgte der Absturz. Von gedrückter Stimmung ist bei Lovebugs-Sänger Adrian Sieber allerdings nicht viel zu spüren.

Du wirkst nicht gerade niedergeschlagen.
Ich bin auch extrem stolz auf uns.

Wieso denn das? Ihr seid rausgeflogen.
Aber wir haben alles gegeben, es war ein Super-Auftritt, aber mit Gitarren hast du einfach keine Chance. Als Schweizer auch nicht. Ich habe eh nie mit einem Weiterkommen gerechnet.

War die Teilnahme denn nur ein Jux?
Sicher nicht! Ich wollte schon immer an den ESC.

Reingepasst habt ihr schon nicht. Nach den beiden ersten Acts dachte man sich:«Was zur Hölle wollen die Lovebugs denn dort?»
Wir haben auch sehr schnell gemerkt, dass es nicht klappt. Und als Schweizer bist du sowieso Aussenseiter, als Band noch mehr. Wir wollten einfach ein Statement für unsere Musik setzen.

Jetzt erwartet euch zu Hause vielleicht Spott. Wars das wert?
Auf jeden Fall! Wir haben viel profitiert, erhalten tonnenweise Mails aus aller Welt. Ausserdem habe ich Patricia Kaas kennengelernt.

Ihr wart die Exoten unter den Exoten. Wie fühlt sich das an?
Da hat man in der Schweiz einfach eine arrogante Haltung. Die Musik am ESC gefällt mir zwar auch nicht unbedingt, hat aber Hand und Fuss, nur hören wir das in Westeuropa einfach nicht. Aber als Clowns sollte man diese Künstler nicht abstempeln.

Die Clowns wie Tschechien, Weissrussland oder Montenegro kamen auch nicht ins Finale, es waren eher die seriösen Acts. Schmerzt das nicht?
Wie gesagt, Gitarren haben am ESC einfach nichts zu suchen. Und als Schweizer hast du halt keine Chance.

Fehlten die halbnackten Frauen?
Die kamen ja auch nicht alle weiter.

Die Türkei und Rumänien schon.
Wir würden auf jeden Fall alles nochmals genau gleich machen.

Wer ist dein Favorit?
Ganz klar Island. Tolle Stimme, toller Song.

Wie gehts jetzt weiter?
Das Wodka-Trinken lassen wir uns sicher nicht entgehen, danach nach Hause zur Familie und am Samstag schauen wir dann das Finale am TV.

Keine Angst vor dem Karriereknick?
Wir sind jetzt seit 15 Jahren dabei, unsere Fans werden uns sicher auch weiterhin unterstützen. Ausserdem reüssierte der Franzose Sébastien Tellier mit «Divine» letztes Jahr am ESC auch nicht, der Song ist dann aber ein Riesenhit geworden.

Hat sich DJ Bobo schon gemeldet?
Bisher noch nicht, würde uns aber natürlich sehr freuen!

Soll die Schweiz, resp. SF, künftig noch am Eurovision Song Contest teilnehmen?»

  • 13,6% Ja
  • 86,4% Nein

Top 3

1 Miley Cyrus im Blick-Interview «Die Möpse ins rechte Licht rücken»bullet
2 Mittwoch in Cannes, gestern in Zürich Kanye West hat alles im Griffbullet
3 Zweites Halbfinal Beim ESC geben Frauen den Ton an!bullet

Musik