Sido: «Ich sage Volltrottel – nicht Vollidiot!»

  • Publiziert: 30.10.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Fabian Zürcher
play Rapper Sido (28) verabschiedete sich hingegen freiwillig von den Popstars-Casting. Aber nicht, ohne in bester «Aggro Berlin»-Manier seinem Ex-Chef Detlef «D!» Soost eins auszuwischen. In einem Song lästert er hemmungslos: «Er ist ein Volltrottel!» Und sagt: «D!» müsse den Trottel nicht mal spielen. Überhaupt sei die Jury funktionslos: «Du kannst so gut performen, wie du willst. Wenn du keine spannende Story zu erzählen hast, kommst du nicht weiter.» (Miriam Kuenzli)

ZÜRICH – Heute erscheint Sidos (28) neues Album «Aggro Berlin». Der Rapper über das Autofahren, Popstars und sein Leben als «riesengrosser Superstar».

Hallo Sido. Wie gehts deiner Hand?
Ist ja nur gequetscht. Aber der Arzt meinte, einen Bruch hätte man einfacher behandeln können. Doch ein Indianer kennt keinen Schmerz!

Du hast sie bei Stefan Raabs «Stock Car Challenge» geschrottet. Wie gut fährst du eigentlich Auto?
Sehr gut! Deswegen war mein Fahrlehrer ja auch so sauer, als ich eine Woche vor der Prüfung ohne Führerschein erwischt wurde. Und bei Raab bin ich einfach über den Haufen gefahren worden. Aber immerhin sprechen jetzt alle über mich – pünktlich zum Album-Release.

Du bist auch noch aus einem anderen Grund im Gespräch. Weil du «D!» als Vollidiot beschimpft hast.
Stimmt gar nicht. Ich nenne ihn im Lied Volltrottel. Der Reim ist: Das machst du toll Moppel.

War Popstars so schlimm?
Ich bin da sehr naiv rangegangen, habe mir was anderes vorgestellt. Früher schaute ich jede Staffel am Fernsehen. Aber es läuft halt vieles schräg ab.

Immerhin hast du der Sendung deine Freundin zu verdanken. Doreen sang bei «Nu Pagadi».
Stimmt. Aber statt Juror zu sein, fahre ich im Fernsehen jetzt halt Autos kaputt – oder gehe wählen.

Wer hat denn deine Stimme gekriegt?
Die Linken. Aber nicht wegen des Wahlprogramms. Sondern weil die immer für schönes Geschrei sorgen.

Du selbst schlägst mittlerweile ruhigere Töne an.
«Aggro Berlin» ist ein entspanntes Album geworden, musikalischer. Damit will ich Hip-Hop nicht als unmusikalisch abtun, aber meistens arbeitest du mit Samples, die du irgendwo geklaut hast. Und live spiele ich sowieso nur noch mit Band.

Bald auch in der Schweiz.
Bei euch habe ich rein rechnerisch sowieso viel mehr Erfolg als in Deutschland. Dort habe ich 180000 von «Ich & meine Maske» verkauft. In der Schweiz waren es 30000 Stück. Das rechne ich jetzt einfach mal zehn. Wow, in der Schweiz bin ich ein riesengrosser Superstar!

Sido live

Am 29. November tritt der Berliner Rapper im Berner Bierhübeli auf, am 1. Dezember in der Zürcher Maag-Halle.

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