Sänger Baschi «Ich hätte gern einen Porsche»

2009 wars still um Baschi. Mit seinem einzigen Konzert verabschiedete der Sänger das alte Jahr in seiner Heimat Basel. 2010 soll nun sein Jahr werden, und zwar beim Nachbarn Deutschland.

  • Aktualisiert am 19.01.2012
  • von Aurelia Forrer
Top oder Flop? Im neuen Jahr will Sänger Baschi musikalisch in Deutschland Fuss fassen.- Sebastian Derungs

Beinahe wäre Sänger Sebastian «Baschi» Bürgin in der Schweiz in Vergessenheit geraten. 2009 ging der 23-jährige Basler in Deutschland monatelang in Klausur, um an seinem ersten hochdeutschen Album zu feilen, das Anfang dieses Jahres erscheinen wird. Der Startschuss im «grossen Kanton» fällt am 15. Januar mit der Single «Unsterblich». Mit SonntagsBlick sprach der «Bring en hei»-Sänger und Ex-«MusicStar»-Kandidat aber auch über die grösste Herausforderung seiner Karriere, die Liebe zu Katy Winter (26) und seine Träume.

Baschi, Deutschland ist der drittgrösste Musikmarkt der Welt. Bist du bereit?
Ich denke schon. Wir haben ein Jahr lang im Studio Songs geschrieben und aufgenommen. Ich habe die Chance, in Deutschland Karriere zu machen. Ich hoffe, 2010 wird das Jahr meiner Karriere!

Glaubst du wirklich, du packst es?
Es wird einen Grund haben, dass die Plattenfirma Universal Deutschland mich unter Vertrag genommen hat. Es gibt in Deutschland momentan keinen Sänger meines Alters. Diese Lücke will ich füllen.

Als Baschi oder Sebastian Bürgin?
Baschi natürlich! Ich bin ehrlich und authentisch. Ich könnte nicht im weissen Anzug, mit Sonnenbrille und geschleimter Frisur über den roten Teppich laufen und eine Show abziehen.

Rote Teppiche kennst du doch zur Genüge...

Ich fasse dann aber lieber Musikkollege Stress an den Sack – in Deutschland wäre mein Opfer wohl Sido oder Gottschalk. (lacht)

Wie klingt der «deutsche» Baschi?
Es ist kein Abklatsch meiner Mundartalben. Es wird ein ernstes, melancholisches, eigentlich ein erwachsenes Album mit tollen Rock- und Popsongs. Mein Traum wäre ein Duett mit Herbert Grönemeyer. Ich liebe diesen Typ! Mein Song «Auf grosser Fahrt» wäre ideal.

Hast du keine Angst, als Teenieschwarm vermarktet zu werden?

Ob jetzt die Jungen oder die Alten meine Musik cool finden, ist mir scheissegal, solange sie jemand mag. Meine Kampagne wird in Deutschland sehr breit gefahren werden, vielleicht in Magazinen wie «Bravo», «GQ» oder «Freundin». Ich sehe mich als Mann des Volkes.

Sind die Deutschen nicht anders als die Schweizer?
Total. Die Deutschen sind taffer, direkter, haben einen anderen Humor. Sie sind offener. Jeder gibt dir eine faire Chance.

Hast du keine Vorurteile gegenüber dem «grossen Kanton»?
Ich war dem Land nie abgeneigt, meine Grossmutter ist Halbdeutsche. Und vielleicht hilft mir genau dies. Nur beim Thema Fussball gibt es keine Sympathie für Italien und Deutschland!

Was wird aus deiner Karriere in der Schweiz?
Hier habe ich angefangen und hier werde ich meine Karriere beenden. 2010 will ich auch das geilste Mundartalbum machen, das es je gab.

Die Konkurrenz schläft nicht. Seit 2009 ist Bligg hier der Star.
Es ist unglaublich, was er erlebt hat. Das muss ich neidlos anerkennen. Chapeau! Ich werde alles dafür geben, dass ich dies auch mal erleben kann.

Deine Freundin Katy Winter hat weniger Erfolg mit der Musik. Ist sie nicht eifersüchtig?
Es ist keine einfache Situation, das versteht jeder. Aber Katy hat einen hammerstarken Charakter, die ist taff.

Glaubst du an ihre Karriere?
Auf jeden Fall. Sie ist eine sehr talentierte Musikerin. Und besitzt eine der besten Stimmen, die ich kenne. Aber ich bin auch der Letzte, den du das fragen kannst...

Ihr seid seit sechs Jahren ein Paar. Andere leben sich in dem Alter aus.
Das reizt mich nicht mehr. Die Zeiten, in denen es geil war, im Car nach Marbella zu fahren und Party zu machen, sind für mich vorbei. Ich bin müde, mag nicht mehr in den Ausgang, bleibe lieber zu Hause.

Erfolg bietet aber auch Gelegenheit zu manchem Seitensprung.
Vertrauen, insbesondere aber Treue steht über allem. Ich habe nicht das Bedürfnis, plötzlich «durezgheie». Ich bin recht happy und jeder Tag, an dem ich Katy sah, war super. Wir wissen voneinander, dass keiner von uns Seich macht. Nie würde ich Francine Jordi an die Brüste fassen. Ich habe andere Werte als das Partyleben.

Zum Beispiel?
Geile Ferien, feines Essen, toller Wein. Seit meiner Zeit bei «MusicStar» bin ich finanziell unabhängig. Mein Geld investiere ich lieber in die Ferien als in den Ausgang.

Hört sich nicht nach dem Leben eines 23-Jährigen an.
Die Leute um mich herum sind alle älter, das beeinflusst. Zudem verdiene ich für mein Alter sicherlich gut und geniesse Privilegien. Man kann wohl sagen, dass ich das Leben eines 30-Jährigen führe.

In diesem Alter wird die Familienplanung aktuell.
n Eine eigene Familie ist sicher das Ziel meines Lebens. Aber wir wollen zuerst andere Dinge erleben.

Das wäre?
Ich koche wie ein Weltmeister! Ich bereite dir ein 1,5-Kilo-Rindsfilet zu, das in der Mitte perfekt rosa ist. Ein eigenes Restaurant, in dem ich persönlich für die Leute koche und das Essen ein Ereignis ist, das ist mein Traum.

Ist auch ein Eigenheim geplant?
Das kann warten. Aber ich hätte gerne einen Porsche. Doch das hört mein Manager nicht gern.

Darf ein Mann des Volkes einen Porsche besitzen?
Natürlich, das hätte ich verdient. Musiker sein ist definitiv kein Schoggijob! Die Studiozeit ist hart und geht an die Substanz. Man wird fast depressiv.

Manche greifen zu Drogen.
Dafür bin ich zu cool und zu labil. Ich wäre sofort weg vom Fenster.

Top 3

1 Konzert bestätigt Madonna wirbelt bald durch Zürich!bullet
2 Teint-Bschiss Beyoncé bei der Geburt gebleicht?bullet
3 Super-Bowl-Skandal M.I.A. zeigt Amis den Fingerbullet

Musik