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Das Interview im SonntagsBlick hat für mächtig Wirbel gesorgt. Gölä hatte gegen die «masslose Einwanderung» gewettert, die «das Land aus allen Nähten platzen» lasse, gegen Burkas, die nicht in die Schweiz gehörten. Viele Jugendliche, die gewalttätig würden, hätten «den Respekt vor einem Menschenleben verloren». Bei Verbrechen wie Mord oder Kindesmissbrauch sei er für die Todesstrafe.
Zugleich polterte Gölä, der nach eigener Aussage noch nie wählen gegangen ist, gegen die Schweizer Politiker, sie seien «komplett unfähig».
SVP-Präsident Brunner hatte auf den verbalen Frontalangriff mit einem Angebot im BLICK reagiert: «Ich schlage vor, Gölä, komm in die Politik.» Er, Brunner, wolle sich bemühen, Gölä einen Platz auf einer SVP-Liste für die Nationalratswahlen zu besorgen.
Will Gölä statt Musik tatsächlich künftig Politik machen? Im BLICK antwortet der Mundart-Rocker dem SVP-Chef:
«Nein, ich will nicht in die Politik gehen. Aber wie alle Menschen habe ich eine Meinung, bin für oder gegen etwas. Was ich nicht verstehe, ist der Hass, den wir einander entgegenbringen, wenn es um politische Ansichten geht. Was ich nicht verstehe, sind Frauenquoten oder warum Politiker jung sein sollten.
Alles, was zählt, ist doch, dass man fähig ist zu politisieren – und nicht das Geschlecht oder das Alter. Die Indianer und andere Urvölker haben den Ältestenrat. Alles Männer und Frauen, die Lebenserfahrung haben. Respekt sollten wir nicht nur vor fremden Kulturen haben, sondern auch vor Grossmutter und Grossvater, deren Ansichten uns Jungen vielleicht manchmal fremd vorkommen.
Ich hatte das Glück, mit vielen Ausländern und ihren verschiedenen Kulturen aufzuwachsen. Kein Mensch kann sich vorstellen, wie hart meine Eltern für Asylanten gekämpft haben, damit sie in unserem Betrieb und somit in der Schweiz bleiben konnten. Komischerweise wollten die Sesselfurzer in Bern unsere besten Fremdarbeiter immer ausschaffen, und die faulen Säcke hatten kein Problem zu bleiben.
Fremdenhass wird in der Schweiz geschürt durch falsches politisches Verhalten. Gebt den Guten hier eine Chance und seid hart zu den Schlechten. Der Schweizer ist kein Fremdenhasser, aber er hasst Ungerechtigkeit!
Mein Fazit: Alle einfachen Menschen auf dieser Welt möchten nur in Frieden leben, ohne Hunger, ohne Krieg. Um dies zu erreichen, müssen wir respektvoll miteinander umzugehen lernen!
Ich bin ein Grüner, liebe die Natur über alles!
Ich bin ein Linker, will ein gerechtes Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer!
Ich bin ein Rechter und lebe nach dem Grundsatz: Auge um Auge, Zahn um Zahn!
Ich bin ein Ausländer, wir sind eingewanderte Zigeuner.
Aber vor allem bin ich Bauarbeiter und Musiker. Und dabei bleibts!»