Rapper Gimma: «Giacobbo ist ein Hanswurst»

  • Publiziert: 16.01.2010, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Lorenz Honegger

Im ersten Interview seit Monaten redet der Rapper Gimma (29) über Pornos, Prominente und den Reiz, mit Viktor Giacobbos Partnerin zu knutschen.

Lang nichts mehr gehört von dir.
Gimma:
2009 war das schlechteste Jahr meiner Karriere – ein kleiner Dämpfer. Das Album «Hippie» war ein Misserfolg.

Woran lags?
Das Album-Cover war grenzwertig. Früher zeigte ich auf jeder Platte den Stinkefinger – nun stand ich auf einmal als Hippie im Bademantel da, das hat viele Fans abgeschreckt. Auch mich.

Bist du jetzt pleite?
Ich muss nicht aufs Sozialamt. Ich lebe immer noch recht gut. Vor ein paar Monaten hiess es, du hättest einen Bürojob. Das stimmt – aber das hat nichts mit Geld zu tun. «20 Minuten» schrieb das ohne meine Einwilligung – ich könnte diese Leute alle erschiessen.

Da hat es dein Konkurrent Bligg besser mit den Medien. Meine Grossmutter findet ihn toll.
Meine auch.

Bist du neidisch?
Ich mag ihm den Erfolg gönnen, Bligg hat ihn verdient. Doch der Schweizer Rap befindet sich in einem Loch, es fehlen die grossen Figuren.

Du machst Musik für Sexfilme.

Ich habe den Pornodarsteller und -produzenten Michael Ryan auf Facebook kennengelernt und einige Jingles für ihn produziert. Als Nächstes werde ich in einem seiner Filme mitspielen.

Als Pornodarsteller?
Ich spiele einen Pizzakurier, der im falschen Moment ins Zimmer reinspaziert.

Eine Hauptrolle traust du dir nicht zu?
Gott bewahre! Schon allein, wenn ich mir Michaels bestes Stück anschaue, ist klar: Der spielt in einer anderen Liga als ich.

Im letzten Juni hatte deine Rap-Crew OBK eine Schlägerei am Quellrock-Festival in Bad Ragaz SG. Wie kam es dazu?
Ich trank gerade mit dem Festival-Chef Champagner. Zur gleichen Zeit haute meine Band – mit meinem Einverständnis – ein paar Leute zusammen, die Gegenstände auf die Bühne geworfen hatten. Unsäglich! Wer so was tut, soll auch auf die Fresse kriegen.

Unsäglich findest du auch die Sendung «Giacobbo/Müller».
Ich halte Viktor Giacobbo für einen lächerlichen Hanswurst. Mit Mike Müller finde ich mich inzwischen ab. Den habe ich getroffen, er ist sehr nett. Giaccobo kann man absetzen.

Was hast du gegen Giacobbo?
Er ist ein heimlifeisser, verschrobener, nicht so lustiger Typ. Ich finde ihn einfach blöd.

Da steckt doch mehr dahinter ...

Er hat in einer Sendung die CD meiner Band OBK als Schrott bezeichnet.

Aha. Und jetzt rächst du dich.
Ich hab mal an einer Party seine damalige Freundin abgeknutscht, das könnt ihr ruhig schreiben. Ich sage das voller Stolz. Ich war betrunken, sie auch. Und sie war noch mit ihm zusammen. Das ist Rache genug.

Mit einer anderen SF-Sendung, «Die grössten Schweizer Hits», hast du ebenfalls Mühe.
Da schaue ich nie mehr rein. Ich habe die Sendung vor drei Jahren schon peinlich gefunden, als ich selber noch dabei war.

Die Sendung ist sehr beliebt.
Volksmusik-Fans mögen die Sendung. Die haben so viel Gicht in ihren Fingern, dass sie auf der Fernbedienung gar nicht mehr umschalten können. Und diese Promis, die dort auftreten! Peinlich – wie die Schweizer Promis überhaupt.

Jetzt wollen wir Namen hören.
Carl Hirschmann: unsäglich. Whitney Toyloy: peinlich. Wen interessieren Moderatoren und Wetterfeen? Nur schon das Wort Cervelat-Promi sagt doch schon alles.

Zurück zur Musik. Wann kommt dein nächstes Album?
Dieses Jahr bringe ich zwei Alben raus. Das erste heisst «Unmensch» und erscheint im Frühling, wenn alles gut geht. Da mache ich wieder harten Rap.

Und wie stehts mit der Liebe?
Ich bin wieder Single.