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Zum Auftakt gleich der Schocker: Aber nicht etwa, dass Eurovisions-Legende Ralph Siegel wieder mit einem Titel am Start ist, sondern wie dieser von Montenegro präsentiert wird. Andrea Demiroviæs Englisch hat zwar einen charmanten Akzent, ihr Tanzpartner in Weiss ist mit seinen Hüft-Luftstössen hingegen eher etwas fürs Kabarett. Montenegro setzt voll auf die Tuntenkarte – und verliert damit.
Überhaupt scheint die Zeit für clowneske Einlagen am ESC abgelaufen zu sein. Die bulgarische Heulboje Krassimir und der tschechische Super-Borat von Gipsy.cz müssen ebenfalls die Heimreise antreten. Einzige Ausnahme sind die Finnen von Waldos People, die an DJ Bobo erinnern.
Kitsch ja, Trash nein: Traditionell stark waren wiederum die nordischen Beiträge, vor allem die Isländerin Yohanna. Auch Flor-de-lis aus Portugal setzten auf musikalische Qualitäten. Eigentlich keine schlechte Voraussetzungen für die Lovebugs, deren solider Song «The Highest Heights» im seichten Eurovisions-Tümpel hätte Oberwasser haben müssen.
Es kam bekanntlich anders: Der Auftritt der Basler war nicht spitze, aber auch nicht schlecht. Adrian Siebers Stimme kratzte ein wenig, auch wenn sich der Lovebugs-Sänger «für meine Verhältnisse in Topform» fühlte. Es fehlte wohl einfach das Show-Potential. Die Lovebugs gaben auf der riesigen Eurovisions-Bühne in Moskau ein Mini-Konzert – falsche Zeit, falscher Ort.
Da würzten andere mit mehr Schärfe. Elena und ihre «Balkan Girls» aus Rumänien, sind definitiv keine Goldkehlchen, aber es zählen definitiv nicht die inneren Werte: Rein in die knappen Kleidchen, rein ins Finale.
Dasselbe gilt für die Türkei: Hadise gab mit «Düm Tek Tek» den Tarif durch, auch in musikalischer Hinsicht. Ihr Auftritt irgendwo zwischen Shakira und gestrenger Domina liess den Zuschauern nur eine Wahl: Ruf! Mich! An! Für die Schweiz gabs hingegen wieder mal die Peitsche. (zeb)
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